Backnang, August 2026: Der Verdacht auf Bahnsabotage beschäftigt nach gezielten Kabelschnitten den Staatsschutz. Unbekannte drangen am Sonntagnachmittag in einen Betonschacht zwischen Backnang und Maubach ein. Dort durchtrennten sie mehrere Kabel mit Werkzeug. Dadurch kam es zu Zugverspätungen sowie Störungen bei Internet und Telefon in der 38.000-Einwohner-Stadt.
Bahnsabotage: Spuren sprechen laut Polizei für mutwillige Beschädigung
Die Polizei hält einen versehentlichen Kabelschaden inzwischen für unwahrscheinlich. Schadensbild und Spurenlage sprechen nach ihrer Einschätzung für eine mutwillige Beschädigung. Deshalb untersucht die Fachinspektion Staatsschutz den Fall. Ermittler sicherten außerdem Werkzeugspuren und mögliche DNA-Spuren am Kabelschacht.

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Auch die Deutsche Bahn lieferte einen wichtigen Hinweis gegen einen Arbeitsunfall. Auf dem betroffenen Streckenabschnitt fanden nach Angaben des Unternehmens keine Bauarbeiten statt. Außerdem liegt der Schacht unter einer Brücke in schwer zugänglichem Gelände. Täter mussten deshalb gezielt zu der abgelegenen Stelle gelangen.
Durchtrennte Kabel lösen Störung der Sicherungstechnik aus
Die Deutsche Bahn bemerkte den Schaden durch eine technische Fehlermeldung. Die Kabelschnitte lösten eine sogenannte Rotausleuchtung aus. Dabei zeigt die Sicherungstechnik einen Gleisabschnitt oder eine Weiche als besetzt an. Deshalb kann der Bahnbetrieb dort nicht ohne weitere Prüfung normal weiterlaufen.
Die Bahnsabotage führte nach bisherigen Erkenntnissen zu Datenausfällen und Verspätungen. Gleichzeitig waren Internet- und Telefonverbindungen in Backnang beeinträchtigt. Wie viele Züge und Anschlüsse konkret betroffen waren, ist jedoch weiterhin nicht bekannt. Auch die gesamte Dauer der Kommunikationsstörungen ließ sich zunächst nicht beziffern.
Bahn repariert Kabel nachts – Staatsschutz sucht weiter Zeugen
Für die Reparatur sperrte die Bahn den betroffenen Abschnitt in der folgenden Nacht. Zwischen etwa Mitternacht und 3.30 Uhr arbeiteten Techniker an den beschädigten Leitungen. Danach gab die Bahn die Strecke wieder frei. Die Züge fuhren anschließend nach Unternehmensangaben weitgehend pünktlich.
Der Fall trifft dabei einen besonders schwer zu schützenden Teil der deutschen Infrastruktur. Das Schienennetz umfasst rund 33.000 Kilometer, weshalb die Bahn eine lückenlose Überwachung für nicht umsetzbar hält. Außerdem baut der Konzern technische Sicherungen und redundante Leitungsstrukturen aus. Die aktuelle Bahnsabotage zeigt jedoch, wie wenige Kabel mehrere Dienste gleichzeitig beeinträchtigen können.
Die Polizei sucht weiterhin Personen mit Beobachtungen zwischen Backnang und Maubach. Hinweise zu verdächtigen Personen, Fahrzeugen oder vermeintlichen Arbeitern können für die Ermittlungen wichtig sein. Dennoch ist bislang weder ein Täter noch ein Motiv bekannt. Einen Zusammenhang mit anderen Sabotagefällen an Bahnanlagen hat die Polizei nicht festgestellt.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: SWR (25.08.26) – ntv (25.08.26) – Polizeipräsidium Aalen (25.08.26) – Landtag Baden-Württemberg (25.08.26)
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