Vattenfall legt Pumpspeicherkraftwerk Niederwartha still

Das Pumpspeicherwerk Niederwartha hat seit Montag seinen Betrieb eingestellt. Der Betreiber Vattenfall teilte bereits letzte Woche mit, dass die Anlage nun „energetisch stillgelegt“ ist. Seit 1929 lief das Pumpspeicherwerk und zeigt mit über 90 Jahren Laufzeit, wie langlebig solche Technologien sein können, so ein Sprecher von Vattenfall (MDR: 13.08.23).


Energiewende in Gefahr? Physik-Professor bezeichnet Stilllegung des Pumpspeicherwerks Niederwartha als Schildbürgerstreich

Der Dresdner Physikprofessor Sigismund Kobe betont die Wichtigkeit dieser Technologie für Deutschland. Mittags speisen Solaranlagen an sonnigen Tagen 40 Giga-Watt ins Stromnetz ein. Das entspricht der Leistung von etwa 40 Atomkraftwerken, erklärt Kobe. Ohne aktive Kernkraftwerke und bei wechselhafter Wind- und Sonnenenergie muss der Strombedarf trotzdem gedeckt sein. Da müssen andere Kraftwerke einspringen. Pumpspeicherwerke haben bisher 10 % der Energie gesichert und bei höherer Nachfrage durch Wasserkraft zurück ins Netz gegeben.

Energiewende in Gefahr? Physik-Professor bezeichnet Stilllegung des Pumpspeicherwerks Niederwartha als Schildbürgerstreich
Energiewende in Gefahr? Physik-Professor bezeichnet Stilllegung des Pumpspeicherwerks Niederwartha als Schildbürgerstreich
Bild: ProfessorX, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Neue Speicherlösungen sind dringend notwendig. „Wir können nicht warten, bis die Strategien des grünen Wasserstoffs wirklich tragen.“ Sigismund Kobe zweifelt an einer erfolgreichen Energiewende ohne geeignete Zwischenspeicher. Das Pumpspeicherwerk Niederwartha einfach stillzulegen, hält er für einen „Schildbürgerstreich“.  Aktuell fehlt eine Methode, um die großen Energiemengen von Solar- und Windkraftanlagen zu sichern. „Auch die Heimspeicherwerke schaffen das nicht“, meint Professor Kobe. Pumpspeicherwerke haben sich jedoch als zuverlässig erwiesen und können viel Energie sichern. Für den Physik-Professor gibt es in unserem Land zu wenige davon. Es ist jetzt klug, Pumpspeicherwerke zu erhalten. Sie sind momentan die einzigen Großspeicher für Energie.


Zukunft der Pumpspeicherwerke: Investition oder Aus?

Anlagen wie die in Niederwartha, die seit fast einem Jahrhundert existieren, sollten modernisiert werden. „Ja, das erfordert Investitionen. Es geht um mehrere hundert Millionen Euro. Aber verglichen mit den Gesamtausgaben für die Energiewende ist das nur ein Bruchteil.“

Obwohl Vattenfall mehrmals geprüft hat, scheint eine Modernisierung der Niederwartha-Anlage nicht rentabel zu sein. Bevor sie außer Betrieb ging, nutzte man sie nur noch selten zur Stromerzeugung. Letzte Woche gab der Energiekonzern an, mit Sachsenenergie in Gesprächen zu sein. Die Stadt Dresden hat Sachsenenergie beauftragt, eine Übernahme des Pumpspeicherwerkes mit Vattenfall zu besprechen.

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