US-Unternehmen betreiben eigene Logistik

Die Lieferengpässe machen den amerikanischen Großkonzernen schwer zu schaffen. Das Problem dabei liegt in den eingeschränkten Transportkapazitäten. Deshalb chartert jetzt Walmart eigene Schiffe. Der Versandhändler Amazon kauft und betreibt eigene Flugzeuge und Coca-Cola chartert sogar Kohlefrachter. Damit will man beim Transport unabhängiger von Drittanbietern werden. Viele US-Unternehmen bauen eine eigene Logistik zum Transport ihrer Waren auf.

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Containerschiffe stauen sich vor den Häfen

An der amerikanischen Westküste stauen sich die Containerschiffe. Sie müsssen teilweise mehrere Tage warten um in die größten Häfen an der USA einlaufen zu können. Für die Wirtschaft hat das katastrophale Folgen, denn die Wartezeiten sind mit enormen Kosten verbunden. Die Verschiffung eines Container von Asien in die USA heute bereits fast das Zehnfache wie vor zwei Jahren. Und jeder Tag Wartezeit erhöht die Kosten zusätzlich.

US-Unternehmen betreiben eigene Logistik. Termingerechte Lieferung für viele Kunden wichtiger als Transportkosten.
US-Unternehmen betreiben eigene Logistik. Termingerechte Lieferung für viele Kunden wichtiger als Transportkosten.

Mehrere Großunternehmen bauen eigene Logistik auf

Das ist der Grund warum einige große US-Unternehmen ihre Logistik selbst in die Hand nehmen wollen. Dazu haben die Einzelhändler Walmart, Costco und Target jetzt eigene Schiffe gechartert. Der Versandhändler Amazon kauft für Milliarden eine ganze Flotte eigener Flugzeugen und investiert massiv in den Ausbau seiner eigenen LKW Flotte.

Auch Ikea will eigene Container kaufen und zu deren Transport Schiffe chartern. Der Vorstandschef der Ingka Group Jesper Brodin, sagt dazu „Das ist das New Normal für uns. Und wenn sich die Dinge beruhigen, werden wir viel über Beweglichkeit gelernt haben“. Die Ingka Group kontrolliert die Mehrzahl der weltweiten IKEA Filialen.

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Containerschiffe kosten bis zu 140.000 Dollar pro Tag

Mit dem chartern eigener Schiffe haben die Logistiker der Konzerne eine bessere Kontrolle darüber, wo sich ihre Waren gerade befinden. Damit ist man selbst in der Lage zum Beispiel ein Schiff einen anderen Hafen anlaufen zu lassen, wenn das ursprüngliche Ziel überlastet ist. Das lassen sich die Unternehmen relativ viel Geld kosten, denn ein Containerschiff kostet pro Tag bis zu 140.000 Dollar. Ein großes Containerschiff eines Drittanbieters kann man nicht so einfach umdirigieren. Zu einem können diese aufgrund ihrer Größe schon nicht jeden Hafen anlaufen und zum anderen stecken lange zuvor fest geplante Abläufe dahinter, wie die Fracht weiter ins Hinterland abtransportiert wird.

Amazon baut eigene Cargo Flotte für Luftfracht auf

Den größten Schritt in eine eigenständige Logistik hat dabei Amazon gemacht. Mit der Ausstockung seiner Flugzeugflotte um elf Boeing 767 hat Amazon die Cargo-Flotte auf 85 Flieger ausgebaut Bereits im Oktober 2021 hat das Unternehmen die Kapazitäten für seine Container verdoppelt. Das Unternehmen will kurzfristig weitere Milliarden in den Ausbau einer eigenen Logistikkette stecken.

Auch Home Depot chartert nicht nur eigene Schiffe, sondern stellt zunehmend auf Luftfracht um.

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Termingerechte Lieferung für viele Kunden wichtiger als Transportkosten

DHL bekommt die Veränderung bei der Logistik ebenfalls zu spüren. David Goldberg, der US-Chef für das Speditionsgeschäft der Post-Tochter, sagte: „Die Probleme mit Seefrachtkapazitäten und Verspätungen sowie die derzeit geringere Differenz zwischen Luftfracht- und Seefrachtraten haben dazu beigetragen, dass das Luftfrachtgeschäft stark zunimmt“. Mittlerweile sei den Kunden eine termingerechte Anlieferung wichtiger als die Transportkosten.