In Großwendern bei Marktleuthen haben am 19. September rund 500 Menschen gegen das geplante Umspannwerk Marktleuthen demonstriert. Mehr als 80 Traktoren markierten dabei in der Dämmerung die rund 28 Hektar große mögliche Projektfläche. Auslöser ist der geplante Netzanschluss der Eger-Elster-Leitung, während Landwirte den dauerhaften Verlust landwirtschaftlicher Flächen fürchten. Außerdem kritisieren Kommunen und Bürger die Dimension des Vorhabens sowie die bisherige Begründung des konkreten Standorts. Eine endgültige Standortentscheidung ist jedoch noch nicht gefallen.

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Umspannwerk Marktleuthen soll rund 28 Hektar beanspruchen
TenneT plant im Raum Marktleuthen und Kirchenlamitz ein neues 380/110-kV-Umspannwerk mit zwei Transformatoren. Nach Angaben des Landkreises kalkuliert der Netzbetreiber derzeit mit rund 28 Hektar Fläche. Das entspricht etwa 39 Fußballfeldern und erklärt deshalb einen wesentlichen Teil des Widerstands. Hinzu kommt eine neue 380-kV-Freileitung aus Richtung Herlasgrün in Sachsen.
Mehrere Suchräume auf den Gebieten von Marktleuthen und Kirchenlamitz stehen zur Auswahl. Der ursprünglich untersuchte Standort bei Mechlenreuth ließ sich nach Angaben der Stadt Kirchenlamitz nicht umsetzen. Deshalb erweiterte TenneT die Standortsuche. Für das Umspannwerk Marktleuthen gibt es somit bislang keine abschließende Festlegung auf eine bestimmte Fläche.
Landwirte machen Flächenverbrauch mit Traktoren sichtbar
Der Bayerische Bauernverband wollte die Größenordnung des Vorhabens deshalb vor Ort sichtbar machen. Mehr als 80 Traktoren und weitere Lichtquellen zeichneten die Fläche bei Großwendern in der Dunkelheit nach. Rund 500 Menschen beteiligten sich laut TV Oberfranken an der Protestaktion. Außerdem unterstützten eine Bürgerinitiative sowie Vertreter betroffener Kommunen die Kundgebung.
Kritik gibt es jedoch nicht nur am Flächenverbrauch. Die Stadt Kirchenlamitz verweist auf Erkenntnisse aus zwei Eilverfahren des Landratsamts Wunsiedel. Demnach habe Bayernwerk keinen Bedarf für Transformatoren an diesem konkreten Standort angemeldet. Auch das bestehende 110-kV-Netz sei laut Bayernwerk derzeit nicht für eine solche Anbindung ausgelegt. TenneT begründet das Umspannwerk Marktleuthen dagegen mit einer übergeordneten Betrachtung des Stromnetzes.
Neue Eger-Elster-Leitung soll Stromnetz entlasten
Für die Eger-Elster-Leitung selbst führen die Netzbetreiber einen steigenden Übertragungsbedarf an. 50Hertz verweist auf hohe Lastflüsse zwischen Mitteldeutschland und Bayern. Außerdem seien bestehende 380-kV-Verbindungen zwischen Thüringen und Bayern teilweise unzulässig hoch ausgelastet. Die neue Verbindung soll deshalb zusätzliche Kapazität schaffen und erneuerbaren Strom Richtung Süden transportieren. Die abschnittsweise Inbetriebnahme ist derzeit für 2037 vorgesehen.
Der grundsätzliche Bedarf der überregionalen Leitung und der konkrete Standort des Umspannwerks sind allerdings zwei getrennte Punkte. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit noch den Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045. Die öffentliche Konsultation endete am 24. August 2026, während eine endgültige Bestätigung noch aussteht. Damit bleibt auch die regionale Auseinandersetzung über Größe und Standort des Umspannwerk Marktleuthen aktuell. Für betroffene Landwirte entscheidet die weitere Planung darüber, welche Flächen dauerhaft für die Netzinfrastruktur verloren gehen könnten.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Landwirte protestieren gegen Umspannwerk – Kundgebung des Bauernverbands gegen das geplante Umspannwerk
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