Bei Ford Köln sollen weitere 500 Beschäftigte über Abfindungen aus dem Unternehmen ausscheiden. Das wurde bei einer Betriebsversammlung am 22. September bekannt. Allerdings handelt es sich nicht um zusätzlich angekündigte Stellenstreichungen. Die Arbeitsplätze gehören zum bereits laufenden Abbauprogramm. Zugleich scheiterte die Suche nach Investoren für sieben Unternehmensbereiche, darunter den Werkzeugbau und die Gastronomie. Ford reduziert deshalb die betroffenen Bereiche selbst. Schwache Verkäufe der in Köln produzierten Elektroautos hatten zuvor bereits zur Streichung einer Produktionsschicht geführt. Damit sinkt die Belegschaft nach dem laufenden Stellenabbau auf weniger als 9.000 Beschäftigte. Gleichzeitig bleibt offen, welches zusätzliche Modell das Werk ab 2030 auslasten könnte.

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Ford Köln findet keine Investoren für sieben Bereiche
Ford hatte versucht, für sieben Bereiche neue Betreiber oder Investoren zu finden. Dazu zählen der Werkzeugbau sowie Dienstleistungen wie die Gastronomie. Sämtliche Verhandlungen blieben jedoch ohne Ergebnis. Deshalb stammen die jetzt betroffenen 500 Arbeitsplätze aus genau diesen Bereichen.
Die 500 Stellen kommen allerdings nicht zum bisherigen Sparprogramm hinzu. Ford hatte zunächst den Abbau von 2.900 Arbeitsplätzen angekündigt. Später kamen 750 Stellen in der Fahrzeugproduktion hinzu, nachdem das Unternehmen eine Schicht strich. Damit umfasst der bekannte Abbau rund 3.650 Arbeitsplätze. Außerdem schrumpft damit einer der wichtigsten Industriestandorte Kölns erneut erheblich.
Elektroautos verkaufen sich zuletzt besser
In Köln produziert Ford inzwischen ausschließlich die Elektroautos Explorer und Capri. Ihre schwache Nachfrage hatte den Konzern zuvor zu weiteren Kostensenkungen gezwungen. Zuletzt verbesserte sich die Produktion jedoch nach Angaben des WDR wieder. Ford führt das auch auf die neue staatliche Elektroauto-Förderung und eigene Kaufanreize zurück.
Zusätzlich gewährt Ford Privatkunden bei ausgewählten elektrifizierten Modellen einen Bonus von 5.000 Euro. Das Angebot umfasst auch Explorer und Capri. Außerdem kann die staatliche Förderung bei erfüllten Voraussetzungen zusätzlich greifen. Ob die höhere Nachfrage dauerhaft genügend Fahrzeuge für eine bessere Werksauslastung bringt, bleibt jedoch offen.
Ford Köln braucht nach 2030 ein weiteres Modell
Entscheidend für die langfristige Zukunft von Ford Köln ist deshalb die Modellbelegung nach 2030. Nach Einschätzung des Betriebsrats benötigt der Standort ein zusätzliches Fahrzeug mit höheren Stückzahlen. Eine entsprechende Zusage des Konzerns gibt es bislang jedoch nicht. Gesamtbetriebsratschef Benjamin Gruschka erklärte: „Wir wollen, dass Köln als Produktionsstandort bleibt und dafür braucht es die Diskussion mit der Geschäftsführung.“
Gleichzeitig setzt Ford bei neuen kleineren Elektroautos auf eine Kooperation mit Renault. Zwei neue Ford-Modelle sollen auf der Ampere-Plattform des französischen Herstellers entstehen. Renault produziert diese Fahrzeuge jedoch in Nordfrankreich und nicht in Köln. Das erste Modell soll Anfang 2028 auf den Markt kommen. Für Ford Köln bringt diese Zusammenarbeit damit zunächst keine zusätzliche Fahrzeugproduktion. Während die aktuellen 500 Stellen Teil eines bereits beschlossenen Programms sind, bleibt die Auslastung des Werks deshalb die entscheidende Zukunftsfrage.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: 500 Mitarbeiter sollen mit Abfindung gehen – Kein Investor, kein Modell, keine Gewissheit: Ford-Werk kämpft ums Überleben – Hunderte Jobs wackeln
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