St. Moritz verzichtet auf Energiestadt-Label

Nach zwei Jahrzehnten verabschiedet sich St. Moritz von dem prestigeträchtigen Energiestadt-Label. Unter den knapp 500 schweizerischen Gemeinden, die dieses Siegel tragen, gehörte St. Moritz zu den Elitegemeinden und hielt den Status „Energiestadt Gold“. Nun entscheidet sich der Ort, komplett aus dem Programm auszusteigen (srf: 09.09.23).


Positive Anfänge, veränderte Zeiten

Seit seinem Beitritt im Jahr 2003 hat St. Moritz zahlreiche Vorteile durch die Teilnahme am Programm gesehen. Laut Gian Marco Tomaschett, Mitglied des Gemeindevorstands, war das Label anfangs ein wichtiger Schritt für die Gemeinde. Inzwischen hätten sich jedoch sowohl Gesetze als auch das ökologische Bewusstsein der Menschen weit genug entwickelt. Das Label ist somit aus Sicht der Gemeinde überflüssig geworden. Bürger sind heutzutage selbst ohne offizielles Label sensibilisiert für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

Hohe Kosten ohne klaren Nutzen . St. Moritz gibt Energiestadt-Label zurück und steigt damit indirekt aus der Energiewende aus
Hohe Kosten ohne klaren Nutzen . St. Moritz gibt Energiestadt-Label zurück und steigt damit indirekt aus der Energiewende aus
Bild: Trägerverein Energiestadt, Public domain, via Wikimedia Commons

Hohe Kosten ohne klaren Nutzen

Das Programm erfordert von der Gemeinde eine jährliche Gebühr, die nach der Einwohnerzahl bemessen ist. Zusätzlich kommen Kosten für spezielle Energieprojekte und Beratungen dazu. St. Moritz hat bisher jedes Jahr etwa 450.000 Franken in das Label investiert. Eine Mitarbeiterin hat sogar einen Tag pro Woche nur für das Label und die damit verbundenen Aufgaben aufgebracht. Tomaschett stellt klar, dass die hohen Kosten im Vergleich zum Nutzen – einem kleinen Schild am Stadtrand – nicht mehr gerechtfertigt sind. Deshalb kehrt St. Moritz dem Programm den Rücken.


Nachhaltigkeit bleibt im Fokus

St. Moritz bleibt weiterhin ein Verfechter der Nachhaltigkeit. Gian Marco Tomaschett konnte noch keine genauen Angaben machen, wie die bisherigen Mittel künftig eingesetzt werden. Aber der Plan ist, in Eigeninitiativen zu investieren. Ein Beispiel dafür ist die Sanierung von Fenstern in Gemeindegebäuden.

Andere Sichtweisen und Enttäuschung

Das Energiestadt-Programm bietet Gemeinden nicht nur Beratung, sondern auch finanzielle Unterstützung durch das Bundesamt für Energie. Aldo Danuser, Gemeindevorstand von Landquart, findet das Programm vorteilhaft. Seiner Meinung nach hilft es den Gemeinden, sich stetig zu verbessern. Die Tatsache, dass St. Moritz, ein Vorzeigebeispiel und kürzlich zur Gold-Stadt aufgestiegener Teilnehmer, das Programm verlässt, enttäuscht ihn. Barbara Schwickert, Co-Leiterin des Energiestadt-Vereins, teilt diese Enttäuschung und wünscht, dass St. Moritz seine Entscheidung überdenkt.

Das Energiestadt-Label erfordert einen fortlaufenden Investitionsprozess und ist kein statischer Status, so Schwickert. Man muss dauerhaft in Projekte und Maßnahmen investieren, um die Ziele des Programms zu erfüllen.

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