Sinkende Nachfrage nach Solaranlagen

In jüngerer Vergangenheit zeigt sich ein merklicher Rückgang des Interesses an Solaranlagen in Deutschland. Fachkräfte aus dem Bereich liefern Aufschlüsse über mögliche Ursachen. Eine Erhebung des pv Magazins, mit Beiträgen von über 550 Experten, vornehmlich aus der Planung und Implementierung von Photovoltaik-Systemen, Batteriespeichern und Wallboxen, verzeichnete eine signifikante Abnahme der Nachfrage in den letzten Monaten. Eine Mehrheit der Befragten bestätigte diese Entwicklung (efahrer: 18.03.24).


Förderflop statt Solarboost: Wie ein 500-Millionen-Euro-Programm verpuffte

Eine bemerkenswerte Kritik richtete sich gegen Bundesverkehrsminister Volker Wissing, der ein Förderprogramm initiierte, dessen Ressourcen jedoch rasch zur Neige gingen. Obwohl ursprünglich mit 500 Millionen Euro dotiert, standen kurz nach Programmbeginn lediglich 300 Millionen Euro zur Verfügung. Die Klärung hinsichtlich der Allokation der restlichen Mittel blieb lange ausstehend. Kürzlich erfolgte seitens des Ministeriums die Mitteilung, dass eine Fortführung des Förderprogramms nicht vorgesehen ist.

Die Nachfrage nach Solaranlagen sinkt - Förderflop statt Solarboost: Wie ein 500-Millionen-Euro-Programm verpuffte
Die Nachfrage nach Solaranlagen sinkt – Förderflop statt Solarboost: Wie ein 500-Millionen-Euro-Programm verpuffte

Warum Deutsche bei Solar zögern: Finanzielle Unsicherheit übertrumpft Förderhoffnungen

Die Umfrage des pv magazine zielte darauf ab, die Motive hinter der Zurückhaltung potenzieller Käufer zu eruieren. Dabei fiel auf, dass die Antizipation einer Fortsetzung des KfW-Förderprogramms 442 „Solarstrom für Elektroautos“ lediglich den vierten Rang einnahm. Mehr Verwirrung und Sorge riefen Unklarheiten bezüglich des Heizungsgesetzes hervor. Doch an oberster Stelle der Beweggründe stand die generelle finanzielle Unsicherheit: Circa 72 Prozent der Teilnehmenden bevorzugen eine abwartende Haltung, bedingt durch die allgemeine wirtschaftliche Lage. Zudem wiesen die Befragten auf hohe Zinsen und Inflation als wesentliche Faktoren der Kaufzurückhaltung hin.


Der Einfluss fluktuierender Strompreise

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist die Dynamik der Strompreise. Über 40 Prozent der Umfrageteilnehmer identifizierten den Rückgang der Stromkosten als einen Grund für die nachlassende Nachfrage nach Solaranlagen. Dieser Umstand ist besonders in Anbetracht des zuvor verzeichneten, abrupten Preisanstiegs in Folge des Ausbruchs des Ukraine-Konflikts im Frühjahr 2022 relevant. Nachdem der Preis pro Kilowattstunde im August 2022 einen Höchstwert erreicht hatte, normalisierte sich dieser im weiteren Verlauf des Jahres wieder.

Abschließend lässt sich feststellen, dass eine Mischung aus ökonomischen Bedenken, schnell aufgebrauchten Fördermitteln und Verwirrung um rechtliche Bestimmungen zu einer Verhaltensänderung bei potenziellen Interessenten geführt hat. Zudem haben die Entwicklungen auf dem Strommarkt einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung hinsichtlich der Investition in Solaranlagen genommen.

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