Rentner im Arbeitszwang: Warum immer mehr Senioren über 67 arbeiten müssen

In Deutschland zeichnet sich ein bemerkenswerter Trend ab: Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich dafür, über das traditionelle Renteneintrittsalter von 67 Jahren hinaus zu arbeiten. Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: Es sind derzeit 56.105 Seniorinnen und Senioren mehr in Beschäftigung als noch am Ende des vorangegangenen Jahres. Diese Entwicklung wird jedoch von der Linken kritisch betrachtet, die betont, dass viele dieser älteren Erwerbstätigen aus finanzieller Notlage heraus arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. (RND, 17.09.2023)


Die Fakten sind eindeutig: In Deutschland sind zurzeit 1.123.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Alter von über 67 Jahren erwerbstätig und haben somit das herkömmliche Renteneintrittsalter überschritten. Diese Informationen basieren auf den Angaben des Bundesarbeitsministeriums, die als Antwort auf Anfragen der Linksfraktion dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorgelegt wurden.

Immer mehr ältere Menschen in Deutschland arbeiten über das traditionelle Renteneintrittsalter von 67 Jahren hinaus
Rentner im Arbeitszwang: Warum immer mehr Senioren über 67 arbeiten müssen

Innerhalb dieser Gruppe der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner sind 251.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt, während 872.000 ausschließlich geringfügig beschäftigt sind.

Besonders auffällig ist dabei, dass die überwiegende Mehrheit dieser älteren Erwerbstätigen ausschließlich in sogenannten 520-Euro-Minijobs tätig ist. Dies wird von der Linken als eindeutiges Zeichen dafür gewertet, dass viele Rentnerinnen und Rentner gezwungen sind, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.


Sören Pellmann, der Ostbeauftragte der Linksfraktion, äußerte seine Besorgnis über diese Entwicklung und sieht darin ein Indiz für ein defizitäres Rentensystem in Deutschland. Er betont, dass viele ältere Menschen aus finanziellen Gründen dazu gedrängt werden, im Alter weiterhin berufstätig zu sein, um finanziell über die Runden zu kommen.

Pellmann ruft daher nach einer umfassenden Rentenreform in Deutschland und schlägt vor, dass Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sich ein Vorbild an Österreich nehmen sollte. Dort liegt die durchschnittliche Rente um 800 Euro höher als in Deutschland. Er ist davon überzeugt, dass ein solches Rentensystem auch in Deutschland umsetzbar ist und den Rentnerinnen und Rentnern angemessene Einkünfte bieten würde, wodurch weniger Menschen gezwungen wären, im Alter weiter zu arbeiten. Dies könnte eine bedeutende Verbesserung für die finanzielle Sicherheit älterer Menschen in Deutschland bedeuten.

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