Eine chinesische Forschergruppe veröffentlichte am 24. Juli 2026 Ergebnisse eines großmaßstäblichen Brandversuchs mit flach verlegter Dach-Photovoltaik. Ein kontrolliertes n-Heptan-Feuer mit nominal 100 Kilowatt setzte dabei einen Teil des PV-Aufbaus gezielt hoher Wärme aus. Beim Photovoltaik-Brand konzentrierte sich die stärkste Hitze jedoch im engen Hohlraum unter den Solarmodulen. Dort registrierten Sensoren lokal 853,4 Grad. Menschen waren nicht betroffen, doch der Versuch zeigt erhebliche Belastungen für Dachaufbau und Abdichtung.
Photovoltaik-Brand: Hohlraum unter Modulen wird zur Hitzezone
Im Hohlraum erreichte die mittlere Spitzentemperatur 684,0 Grad, während ein einzelner Messpunkt auf 853,4 Grad stieg. Auf der Moduloberseite lag der höchste zentrale Messwert dagegen bei 370,7 Grad. Damit entwickelte sich unter den Modulen eine deutlich stärkere thermische Belastung als auf ihrer sichtbaren Oberseite.

Symbolbild: KI-generiert
Auch die Geschwindigkeit der Erwärmung unterschied sich erheblich. Der Hohlraum erreichte kritische Temperaturniveaus deshalb deutlich früher als die Oberseite der Anlage. Für einen Photovoltaik-Brand kann eine Temperaturüberwachung unter den Modulen daher wertvolle zusätzliche Warnzeit liefern. Außerdem zeigen frühere Untersuchungen, dass gerade dieser Zwischenraum zum Dach Luftströmung und Flammenausbreitung beeinflusst.
Dachabdichtung liefert dem Feuer zusätzliche Energie
Im Versuch beteiligte sich die verwendete Dachabdichtung an der Verbrennung und erhöhte dadurch die thermische Belastung. Nach 234 Sekunden lag die mittlere Temperatur unter dem Modul bei mehr als 500 Grad. Diese Phase dauerte anschließend rund 201 Sekunden. Der Photovoltaik-Brand beschränkte sich damit nicht mehr auf die ursprüngliche externe Feuerquelle.
Zwischen zwei untersuchten Modulfeldern ließen die Forscher einen Abstand von einem Meter. Dieser Abstand verringerte zwar die direkte Brandübertragung, dennoch erreichte Wärme das benachbarte Feld. Ein ausreichender Abstand kann die Ausbreitung daher bremsen, verhindert thermische Einwirkungen jedoch nicht vollständig. Deshalb muss die gesamte Kombination aus Modul, Abstand und Dachmaterial betrachtet werden.
Reale Dachbrände zeigen elektrische Fehler als mögliche Zündquelle
Ein weiterer Forschungsbericht aus China untersuchte 2026 einen tatsächlich eingetretenen Brand einer Dach-PV-Anlage. Die Analyse führte den Ausbruch auf einen Gleichstromlichtbogen in einer Modul-Anschlussdose zurück. Dabei entstand der Lichtbogen nach Angaben der Forscher durch einen schlechten elektrischen Kontakt. Während solche Fehler ein Feuer auslösen können, bestimmt anschließend der Dachaufbau dessen weitere Entwicklung.
Eine im Juli 2026 veröffentlichte internationale Auswertung ordnet das Problem jedoch statistisch ein. Die gemeldeten Brandraten unterscheiden sich zwischen Großbritannien, Italien, Schweden und Slowenien erheblich. Allerdings erschweren unterschiedliche Erfassungssysteme einen direkten Vergleich der Länder. Außerdem treten sowohl Fehler innerhalb der PV-Anlage als auch externe Brände als Auslöser auf. Für die Brandsicherheit reicht es deshalb nicht, ausschließlich das Solarmodul zu prüfen. Dachmaterial, elektrische Verbindungen, Montageabstände und Früherkennung gehören gemeinsam in die Bewertung.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: MPDI (24.07.26) – SienceDirect (Stand: 13.08.26)
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