Neue Studie misst unter Solarparks 38 Prozent weniger Pflanzenbiomasse

Beijing/Ithaca/Fort Collins – Solarparks können die Vegetation unter ihren Modulen deutlich verändern. Das zeigt eine am 13. August 2026 veröffentlichte globale Meta-Analyse. Die Forscher werteten dafür paarweise Feldbeobachtungen von 55 Standorten aus. In feuchteren Regionen lag die oberirdische Pflanzenbiomasse unter den Modulen im Mittel 38 Prozent niedriger. Entscheidend war jedoch das Verhältnis zwischen Niederschlag und möglicher Verdunstung. In sehr trockenen Gebieten fanden die Forscher dagegen keinen statistisch signifikanten Rückgang.


Solarparks verändern Licht und Wasser gleichzeitig

Die Studie vergleicht Flächen unter Solarmodulen mit unbeschatteten Bereichen zwischen den Modulreihen. Dabei wirkt vor allem der Schatten direkt auf das Pflanzenwachstum. Gleichzeitig verändern die Anlagen jedoch Temperatur, Verdunstung und die Verteilung von Niederschlägen. Deshalb entscheidet das lokale Klima darüber, welcher Effekt überwiegt.

Unter den Modulen von Solarparks liegt die Pflanzenbiomasse laut neuer Meta-Analyse in feuchteren Regionen im Mittel 38 Prozent niedriger
Unter den Modulen von Solarparks liegt die Pflanzenbiomasse laut neuer Meta-Analyse in feuchteren Regionen im Mittel 38 Prozent niedriger
Bild: Shutterstock

Als Grenze ermittelten die Forscher einen Ariditätsindex von etwa 0,26. Dieser Index setzt den jährlichen Niederschlag zur potenziellen Verdunstung ins Verhältnis. Oberhalb dieser Grenze verringerte sich die Biomasse unter den Modulen im Mittel um 38 Prozent. Unterhalb der Schwelle fiel der Unterschied dagegen statistisch nicht signifikant aus. Die Solarparks wirken demnach nicht unter allen Klimabedingungen gleich.

Trockenheit kann den Schatteneffekt teilweise ausgleichen

In trockenen Regionen begrenzt häufig Wasser das Pflanzenwachstum stärker als Licht. Schatten kann dort deshalb die Verdunstung reduzieren und Pflanzen vor extremer Einstrahlung schützen. Eine Studie aus der Inneren Mongolei kam 2026 zu einem ähnlichen differenzierten Ergebnis. Insgesamt zeigte sie keinen signifikanten Effekt auf die Nettoprimärproduktion. Allerdings profitierten 62,1 Prozent der untersuchten PV-Standorte, während 37,9 Prozent negative Effekte zeigten.

Auch eine globale Satellitenstudie aus dem Jahr 2025 zeigt große regionale Unterschiede. Bei 52 Prozent der untersuchten Anlagen nahm die Vegetationsbedeckung zu. Dennoch registrierten die Forscher auch negative Entwicklungen in sämtlichen Klimaklassen. Klimaänderungen können solche Effekte außerdem verstärken oder abschwächen. Die Folgen von Solarparks lassen sich deshalb nicht mit einer einzigen globalen Kennzahl beschreiben.


Weitere Studien zeigen Veränderungen bei Pflanzen und Bodenleben

Neben der Biomasse verändern Photovoltaikanlagen auch die Bedingungen im Boden. Eine französische Untersuchung analysierte dafür 20 Anlagen im Mittelmeerraum und an der Atlantikküste. Unter den Modulen sank die Pflanzenartenvielfalt gegenüber offenen Bereichen um 37,5 Prozent. Außerdem nahm die Bodenatmung im Mittel um etwa 62 Prozent ab. Bei Springschwänzen ermittelten die Forscher Rückgänge von 74 bis 76 Prozent.

Die neue Meta-Analyse nennt dennoch große trockene Gebiete mit geringeren Vegetationskonflikten. Die Autoren identifizieren weltweit 11,67 Millionen Quadratkilometer unterhalb ihrer Ariditätsschwelle. Dort zeigte die ausgewertete Datenbasis keinen signifikanten Verlust oberirdischer Biomasse durch die Module. Rechnerisch könnten 71 Staaten auf geeigneten Flächen genügend Photovoltaikleistung für ihren nationalen Strombedarf installieren. Allerdings ersetzt diese Modellrechnung keine Prüfung von Naturschutz, Landnutzung, Bodenqualität und lokalen Ökosystemen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Springer Nature (13.08.26)ScienceDirect (15.08.26)

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