Ofterdingen: Strom sollte abgeschaltet sein – drei Feuerwehrleute erleiden Stromschläge

In Ofterdingen im Kreis Tübingen brannte am Dienstagmittag, 25. August, die Filteranlage eines Textilbetriebs. Vermutlich ließ ein technischer Defekt Öl in die Anlage gelangen, das sich anschließend entzündete. Das Feuer griff jedoch in eine Maschine über und schwelte dort weiter. Während der Löscharbeiten erlitten laut Polizei drei Feuerwehrleute Stromschläge und leichte Verletzungen. Der Betreiber hatte zuvor mitgeteilt, dass der Strom im Gebäude abgeschaltet sei. Außerdem atmeten nach Angaben des SWR drei Beschäftigte Rauchgase ein und benötigten medizinische Hilfe. Wegen des dichten Rauchs warnte die Feuerwehr Anwohner im Umkreis von 500 Metern. Sie sollten deshalb Fenster und Türen geschlossen halten. Die Löscharbeiten dauerten bis etwa 15.30 Uhr, während die Schadenshöhe zunächst unbekannt blieb.


Feuer breitet sich im Inneren einer Maschine aus

Eine Passantin bemerkte gegen 11.45 Uhr starken Rauch aus einem Schornstein und alarmierte die Polizei. Gleichzeitig sah eine Streifenwagenbesatzung den Qualm über dem Firmengelände. In der Halle hatte sich jedoch bereits dichter Rauch ausgebreitet. Deshalb mussten sämtliche Beschäftigten das Gebäude verlassen. Die Feuerwehr begann unmittelbar danach mit der Brandbekämpfung.

Stromschläge verletzen bei einem Firmenbrand drei Feuerwehrleute. Trotz gemeldeter Abschaltung bleibt die Ursache der Spannung ungeklärt
Stromschläge verletzen bei einem Firmenbrand drei Feuerwehrleute. Trotz gemeldeter Abschaltung bleibt die Ursache der Spannung ungeklärt
Bild: Shutterstock

Das Feuer in der Filteranlage ließ sich zunächst schnell löschen. Allerdings hatte es offenbar bereits eine angeschlossene Maschine erreicht. Dort schwelte der Brand weiter, weshalb der Einsatz mehrere Stunden dauerte. Außerdem forderte die Feuerwehr Verstärkung aus Mössingen und Tübingen an. Zeitweise standen nach SWR-Angaben zwölf Feuerwehrfahrzeuge am Einsatzort.

Stromschläge trotz gemeldeter Abschaltung

Der ungewöhnlichste Teil des Einsatzes ereignete sich während der Löscharbeiten. Einsatzleiter Fabian Fröhlich erklärte dem SWR, der Betreiber habe die elektrische Versorgung zuvor als abgeschaltet bezeichnet. Dennoch trafen Stromschläge mehrere Einsatzkräfte beim Löschen. Ein hinzugezogener Energieversorger konnte vor Ort zunächst nicht erklären, woher die Spannung kam. Deshalb blieb die Ursache des Stromunfalls auch nach Ende des Einsatzes offen.

Bei der Zahl der verletzten Feuerwehrleute unterscheiden sich die ersten Angaben. Der SWR berichtete zunächst von zwei Männern, die ein Notarzt unter anderem per EKG untersuchte. Die Polizei nennt jedoch drei leicht verletzte Feuerwehrleute. Auch eine aktuelle Regionalmeldung vom 26. August bestätigt diese Zahl. Die Stromschläge trafen die Einsatzkräfte damit trotz der zuvor gemeldeten Abschaltung des Gebäudes.


Ursache der elektrischen Spannung bleibt ungeklärt

Bei Industriebränden können verschiedene elektrische Systeme eine Rolle spielen. Außerdem reicht das Abschalten der normalen Gebäudeversorgung nicht in jedem Fall für vollständige Spannungsfreiheit aus. Das gilt beispielsweise bei zusätzlichen Stromerzeugungsanlagen oder getrennten Stromkreisen. Welche technische Konstellation in Ofterdingen bestand, haben die Behörden jedoch bislang nicht mitgeteilt. Deshalb lässt sich derzeit keine bestimmte Anlage als Ursache benennen.

Auch ein möglicher Zusammenhang mit einer Photovoltaikanlage ist bislang nicht belegt. Entscheidend bleibt deshalb die technische Untersuchung des betroffenen Betriebs und seiner elektrischen Anlagen. Die Polizei hat bisher lediglich den wahrscheinlichen Ausgangspunkt des Brandes eingegrenzt. Demnach dürfte ein technischer Defekt dazu geführt haben, dass Öl in die Filteranlage gelangte und Feuer fing. Zur Höhe des Sachschadens lagen auch am Mittwoch zunächst keine belastbaren Angaben vor.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: SWR (25.08.26)Polizeipräsidium Reutlingen (25.08.26)Südwest Presse (25.08.26)

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