Mitsubishi zieht sich aus drei großen Offshore-Windkraftprojekten in Japan zurück. Der Rückzug trifft die nationale Strategie hart, da die Energiewende Japan auf einen deutlichen Ausbau von erneuerbaren Energien setzt. Verantwortlich sind stark gestiegene Turbinenpreise, die die Kalkulation massiv belasteten und die geplante Energieversorgung in Frage stellen (reuters: 26.08.25).
Turbinenpreise machen Projekte untragbar
Mitsubishi-Präsident Katsuya Nakanishi betonte die Folgen der steigenden Kosten. „In Europa nahm der Ausbau der Offshore-Windkraft rasant zu, wodurch der Wettbewerb um die Entwicklung neuer Modelle intensiver wurde. Immer mehr neue Turbinenserien mit höherer Leistung kamen auf den Markt“ erklärte er. Parallel führten Lieferkettenprobleme zu zusätzlichen Belastungen.

Die drei Offshore-Windkraftprojekte sollten rund 1,7 Gigawatt liefern, genug für 1,5 Millionen Haushalte. Sie waren Teil der ersten Ausschreibung im Rahmen der Energiewende Japan. GE Vernova, die aus General Electric hervorgegangene Sparte, war als Lieferant für Turbinen vorgesehen. Doch die hohen Turbinenpreise machten eine Umsetzung praktisch unmöglich.
Politische Bedeutung des Mitsubishi-Rückzugs
Der Ausstieg von Mitsubishi fällt in eine Zeit, in der auch internationale Konzerne wie Orsted unter Druck stehen. Offshore-Windkraft stößt in Japan auf strukturelle Hürden: Taifune und tiefe Küstengewässer verlangen schwimmende Anlagen, was die Energieversorgung verteuert.
Bereits 2021 hatte Mitsubishi zusammen mit C-Tech ein niedriges Gebot eingereicht. Doch die Turbinenpreise stiegen stark an. „Da wir uns in einer Situation befinden, in der selbst eine Verdopplung des Preises das Projekt nicht rentabel machen würde, haben wir die Grenze erreicht“ betonte Nakanishi.
Staatliche Hilfen können Mitsubishi nicht halten
Die Regierung versuchte gegenzusteuern, indem höhere Strompreise ermöglicht werden sollten. Auch ein Verlust von 52,2 Milliarden Yen floss in die Bilanz. Dennoch sah Mitsubishi keine Zukunft mehr für die Projekte. Betroffen sind zwei Standorte nahe Akita und ein Standort vor Chiba. Die Energiewende Japan erleidet damit einen empfindlichen Schlag.
Energieexperte Yasushi Ninomiya sprach von einem „huge impact“ auf die Energieversorgung des Landes. Besonders kritisch sei, dass Japan keine eigenen Hersteller für Windturbinen hat. Damit steigt die Abhängigkeit von Importen, während die Turbinenpreise die Wettbewerbsfähigkeit weiter schwächen.
Zukunft der Offshore-Windkraft bleibt ungewiss
Die Regierung plant, den Anteil von Windstrom bis 2040 auf 8 Prozent auszubauen. Im vergangenen Jahr lag er erst bei 1,1 Prozent. Neue Ausschreibungen laufen, doch der Rückzug von Mitsubishi zeigt die Grenzen der Energiewende Japan auf. Hohe Turbinenpreise, fragile Lieferketten und technische Risiken setzen die Energieversorgung unter Druck.
Ohne klare Lösungen droht der Ausbau der Offshore-Windkraft ins Stocken zu geraten. Damit verliert die Energiewende Japan einen zentralen Baustein für ihre künftige Energieversorgung.
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