Lindner will über Nutzung der Atomkraft diskutieren

Zum Jahresende gehen in Deutschland die drei letzten verbliebenen Atomkraftwerke endgültig vom Netz. Bundesfinanzminister Christian Lindner will jetzt über deren Weiternutzung der Atomkraft diskutieren. Das bring allerhand Zündstoff in die neue Ampelregierung. Ein Wiedereinstieg in die Atomkraft dürfte mit den Grünen nicht zu machen sein. Selbst dann nicht, wenn die Energiepreise im Land für die Verbraucher immer höher werden.


Lindner will Diskussion um Atomkraftwerke neu anstoßen

Trotz des zu erwartenden Widerstandes in der Koalition will Lindner offen über die Rückkehr zur Nutzung der Atomkraft diskutieren. In der Bild sagte er dazu: „Die Menschen erwarten, dass wegen des Klimaschutzes, der Abhängigkeit von Putin und der Inflation alle Möglichkeiten erwogen werden. Deutschland darf sich einer Debatte nicht verschließen, die überall auf der Welt geführt wird. Ich rate dazu, die Argumente vorurteilsfrei auf den Tisch zu legen.“

Lindner will über Nutzung der Atomkraft diskutieren. Habeck lehnt Lindners Wunsch umgehend und erklärt Ausstieg als ideologiefrei.
Lindner will über Nutzung der Atomkraft diskutieren. Habeck lehnt Lindners Wunsch umgehend ab und erklärt Ausstieg als ideologiefrei.
Bild: E.ON Kernkraft GmbH, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Habeck lehnt Lindners Wunsch umgehend ab und erklärt Ausstieg als ideologiefrei

Wirtschaftsminister Habeck konterte umgehend mit den Worten: „Zur Atomenergie ist nicht mehr viel zu sagen. Ideologiefrei, fachlich, wurde das Thema Anfang der Legislatur nochmal durchgeprüft. Das ist aus den Fachministerien heraus entschieden – und politisch auch. Das ist kein Weg, den Deutschland weiter gehen wird“. Allerdings verschweigt Habeck dabei, dass sich bereits mehrere Experten massiv darüber beschwert haben, in die Entscheidungen des Wirtschafts- und Umweltministeriums nicht einbezogen worden zu sein. So ganz ideologiefrei wie Habeck betont, war die Entscheidung auf keinen Fall.


Auch BUND stellt sich gegen Verlängerung der Laufzeiten

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) meldete sich auf Lindners Äußerung umgehend. Dazu erklärte Antje von Broock Geschäftsführerinder des BUND, dass eine Verlängerung der Laufzeiten mit einem hohen Kostenaufwand verbunden wäre und unverantwortbaren Sicherheitsrisiken mit sich bringen würde. Beides würde nach Ansicht des BUND in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen und vergleichsweise geringen Strommengen stehen.

Die letzten drei Atomkraftwerke gehen zu Jahresende endgültig vom Netz

Aktuell produzieren in Deutschland nur noch die Atomkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 Strom. Ende Dezember müssen die Betreiber dann auch die drei letzten Atomkraftwerke endgültig abschalten.

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