Kostenexplosion – Wohnungsbau bricht ein

Branchenverbände sehen spätestens zum Jahr 2023 einen massiven Einbruch beim Wohnungsbau in Deutschland. Ursache dafür sehen sie, sowohl am Materialmangel, als auch im starken Anstieg der Preise. Dazu kommt, dass Mittel für die neue KfW-Förderung bereits nach wenigen Stunden vollständig aufgebraucht waren. Damit stehen auch keine weiteren Fördermittel für den Wohnungsbau mehr zur Verfügung.

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Wohnungsbau – Preise für Baubranche nicht mehr kalkulierbar

Die Kosten für neuer Bauvorhaben sind damit weder für private Bauherren noch für Wohnungsunternehmen kalkulierbar. Auch für Bauunternehmen wird es immer schwieriger, entsprechende Angebote für zukünftige Bauvorhaben auszuarbeiten. Denn niemand weis, wie sich die Kosten in den nächsten Monaten entwickeln werden. Der Direktor des Verbands der bayerischen Wohnungswirtschaft, Hans Maier, sagte dazu gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.„Da wird es Einbrüche geben, und zwar ganz deutliche“.

Kostenexplosion - Wohnungsbau bricht ein. Kosten nicht mehr kalkulierbar. Viele Bauunternehmen nehmen keine Aufträge mehr an
Kostenexplosion – Wohnungsbau bricht ein. Kosten nicht mehr kalkulierbar. Viele Bauunternehmen nehmen keine Aufträge mehr an

Massiver Einbruch im sozialen Wohnungsbau erwartet

Auch ein Sprecher des norddeutschen Schwesterverbands VNW äußerte sich ähnlich besorgt: „86 Prozent der Wohnungsgenossenschaften und der sozial orientierten Wohnungsgesellschaften in Norddeutschland schätzen die Aussichten für den Neubau derzeit als schlecht beziehungsweise als sehr schlecht ein. 60 Prozent wollen deshalb den Start von Neubauprojekten verschieben beziehungsweise sind noch unsicher.“

Die beiden Verbände vertreten hauptsächlich Vertreter des sozialen Wohnungsbaus, wie entsprechende Genossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften. Damit trifft die Krise im Wohnungsbau auch hauptsächlich Sozialwohnungen beziehungsweise Wohnungen im unteren Mietpreissegment. Ein Mangel am Ausbau dieser Wohnungen wird in den Ballungszentren unweigerlich zu weiteren Anstiegen bei den Mieten führen.

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Baustoffhändler geben Baumaterial nur noch zu aktuellen Tagespreisen ab

Die Auftragsbücher der landesweiten Bauunternehmen sind zurzeit noch gut gefüllt. In einer Umfrage des Hauptverbands der deutschen Bauindustrie sehen aber 90 Prozent der Unternehmen Probleme aufgrund der Preissteigerungen und 80 Prozent klagen über bereits bestehende Lieferengpässe. Mittlerweile geben viele Händler für die benötigten Baustoffe ihre Ware nur noch zum tagesaktuellen Preis ab.

Ein Sprecher der bayrischen Bauinnung sagte dazu: „Es ist eine Situation, wie wir sie noch nie hatten. Wir haben eine Riesen-Auftragswelle, und gleichzeitig fehlen die Rohstoffe. Wir haben alle acht Wochen massivste Preissteigerungen.“ Nach Angaben der Baubranche fehlen aktuell sowohl Stahl, als auch Aluminium, Holz und Material zur Wärmedämmung. Dazu kommen massive Preiserhöhungen bei Glas und Keramik.

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Viele Bauunternehmen nehmen keine Aufträge mehr an

Die Bauvorhaben in den Auftragsbüchern der Bauunternehmen wurden zum größten Teil vor Baubeginn bereits vor Monaten zum Festpreise abgeschlossen. Durch die massiv steigenden Materialkosten laufen viele Unternehmen Gefahr, hohe Verluste zu machen. Laut Bundesverband der Bauindustrie nehmen deshalb über 30 Prozent der Bauunternehmen keine neuen Angebote mehr an. Vielen kleineren Betrieben, die noch viele Aufträge zum Festpreis in ihren Büchern haben, drohe mit der Preissteigerung auch die Insolvenz.