In Schweden haben Forscher Messdaten aus den Windparks Målarberget und Lervik ausgewertet und 2026 veröffentlicht. Die Infraschall-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass moderne Großwindräder stärkere tieffrequente Signale erzeugen können als frühere Anlagengenerationen. Zudem zeigen die Messungen, dass gängige Berechnungsmodelle die Ausbreitung von Infraschall unter bestimmten Bedingungen unterschätzen können. Untersucht wurden Anlagen mit großen Rotoren und einer Höhe von rund 200 Metern. Entscheidend sind dabei Wetter, Gelände und atmosphärische Schichtung. Deshalb betreffen die neuen Erkenntnisse vor allem Genehmigungsverfahren, Abstandsregelungen und die Bewertung möglicher Belastungen für Anwohner.
Infraschall-Studie misst reale Signale moderner Windkraftanlagen
Die Untersuchung stützt sich auf Messungen in zwei schwedischen Windparks. Außerdem nutzten die Autoren ein 3D-Modell für die Schallausbreitung. Damit kombinierten sie reale Daten mit einer technischen Simulation.

In Målarberget liefen 27 Anlagen des Typs Vestas V150. In Lervik standen sieben Anlagen des Typs SG170. Deshalb bezieht sich die Studie auf große moderne Turbinen und nicht auf ältere Windräder.
Abschaltversuch trennt Windrad-Schall von natürlichem Wind
Die Messpunkte lagen in unterschiedlichen Abständen zu den Anlagen. Außerdem erfassten Mikrofone sehr tiefe Frequenzen. Die Ergebnisse zeigen, dass moderne Anlagen stärkere Infraschallsignale liefern können als kleinere Vorgängermodelle.
Ein zentraler Teil der Messung fand in Målarberget statt. Die Anlagen liefen zunächst im normalen Betrieb. Danach stoppten sie, während die Messgeräte weiter aufzeichneten. Deshalb konnten die Forscher den Windpark als Quelle bestimmen.
Wetter und Gelände verändern die Ausbreitung stark
Nach dem Stillstand sank das tieffrequente Signal deutlich. Deshalb stammte das gemessene Signal nicht nur aus natürlichem Windrauschen. Die Infraschall-Studie beschreibt den Schall als periodisches Muster.
Dabei entstehen wiederkehrende Druckimpulse. Außerdem hängen diese Impulse mit der Rotorbewegung und der Passage der Blätter am Turm zusammen. Tieffrequente Impulse können sich anders ausbreiten als hörbarer Schall.
Modelle zeigen Grenzen bisheriger Abstandsannahmen
Das Modell SoundSim360 berücksichtigt Gelände, Windrichtung und atmosphärische Schichtung. Außerdem fließen meteorologische Daten in die Berechnung ein. Damit nähert sich die Simulation realen Bedingungen besser an.
Besonders nachts können sich tiefe Schallwellen anders verhalten. Während stabile Luftschichten den Schall am Boden beeinflussen, verändert Wind die Reichweite. Deshalb beschreibt ein pauschaler Abstand die tatsächliche Belastung nur grob.
Keine Gesundheitsstudie, aber wichtige Daten für Behörden
Die Untersuchung liefert keinen medizinischen Nachweis für Gesundheitsschäden. Sie zeigt jedoch, dass moderne Windkraftanlagen messbaren Infraschall erzeugen. Deshalb sollten Behörden tieffrequente Signale bei neuen Projekten genauer prüfen.
Die Infraschall-Studie nennt vor allem technischen Klärungsbedarf. Dazu gehören längere Messreihen, Nachtmessungen und Daten aus Innenräumen. Außerdem sollten Betreiber Betriebsdaten und Wetterprofile transparent bereitstellen.
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