Michelin will in Frankreich bis zu 1500 Stellen innerhalb von drei Jahren abbauen. Das kündigte der Reifenhersteller Ende Mai 2026 an. Auslöser sind hohe Kosten, schwächere Standortbedingungen und internationale Unsicherheit. Zugleich belasten zusätzliche Kosten von rund 400 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg die Planung. Vom Sparkurs sind zwei Drittel im Verwaltungsbereich betroffen. Ein Drittel betrifft die industrienahe Fertigung. Der Konzern setzt jedoch auf freiwillige Abgänge und vermeidet damit formale Entlassungen (express: 01.06.26).
Michelin kürzt vor allem in Verwaltungsbereichen
Rund zwei Drittel der geplanten Einschnitte treffen unterstützende Funktionen. Dazu zählen Verwaltung, zentrale Dienste und interne Aufgaben. Ein Drittel betrifft dagegen industrielle Bereiche, während die Produktion stärker geschützt bleibt.

Der Konzern beschäftigt in Frankreich weiterhin rund 17.000 Mitarbeiter. Deshalb trifft der Abbau einen bedeutenden Industriestandort. Außerdem sendet die Entscheidung ein klares Signal an Zulieferer, Regionen und Beschäftigte.
Kosten, Krieg und Standortnachteile verschärfen den Sparkurs
Michelin begründet den Plan mit einer Kostenstruktur, die nicht mehr zur aktuellen Lage passt. Der Konzern sieht höhere Belastungen und geringere Spielräume. Deshalb sollen Prozesse schlanker laufen und Aufgaben neu verteilt werden.
Der Reifenhersteller hatte seine Ziele für 2026 erst Ende April bestätigt. Zugleich kündigte die Führung weitere Einsparungen an. Die erwarteten Mehrkosten von rund 400 Millionen Euro verschärfen jedoch den Handlungsdruck.
Europas Hersteller geraten durch globale Risiken stärker ins Hintertreffen
Der Stellenabbau folgt keinem Einzelfall. Viele europäische Hersteller kämpfen mit hohen Energiepreisen, schwacher Nachfrage und geopolitischen Risiken. Außerdem verlagert sich industrielle Dynamik stärker in andere Weltregionen.
Michelin hatte bereits 2024 rund 1200 Stellen gestrichen. Der neue Plan setzt diesen Kurs fort. Für Frankreich wächst deshalb die Sorge, dass weitere Industriearbeitsplätze schrittweise verschwinden.
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