Grüne wollen Gasheizung verbieten – FDP stellt sich quer

Die Diskussion um die Zukunft der Heizsysteme in Deutschland erhitzt die Gemüter. Die Grünen wollen die Gasheizung verbieten und stattdessen auf Wärmepumpen setzen, doch die FDP stellt sich mittlerweile gegen die Pläne aus dem Wirtschaftsministerium quer.


Grünen-Vorsitzender fordert Verbot von Gasheizung, FDP widerspricht

„Wir müssen weg von den fossilen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien“, sagte der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck in einem Interview mit dem Magazin Cicero (cicero:. 1203.23) „Wir haben keine Zeit zu verlieren, wenn es um den Klimaschutz geht. Deshalb wollen wir die Gasheizung verbieten und stattdessen auf Wärmepumpen setzen.“

Grünen-Vorsitzender fordert Verbot von Gasheizung, FDP widerspricht. Wärmepumpen als zukunftsfähige Lösung oder Selbstbetrug bei CO₂-Bilanz?
Grünen-Vorsitzender fordert Verbot von Gasheizung, FDP widerspricht. Wärmepumpen als zukunftsfähige Lösung oder Selbstbetrug bei CO₂-Bilanz?
Bild: © Foto: Ra Boe / Wikipedia

Die FDP hingegen stellt sich gegen ein solches Verbot. „Wir wollen die Menschen nicht bevormunden und ihnen vorschreiben, wie sie ihr Zuhause beheizen sollen“, sagte der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kruse, in einem Statement. „Ein Verbot der Gasheizung würde die Kosten für die Menschen erhöhen und die Wahlfreiheit einschränken. Stattdessen sollten wir auf Anreize setzen, um den Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme attraktiver zu machen.“


Wärmepumpen als zukunftsfähige Lösung für klimafreundliches Heizen in Deutschland

Die Debatte um die Heizsysteme ist Teil der Diskussion um den Klimaschutz in Deutschland. Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu sein. Dazu gehört auch die Reduktion der CO₂-Emissionen im Gebäudesektor, der für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und etwa ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist.

„Wärmepumpen sind eine zukunftsfähige Lösung, um Gebäude zu beheizen und dabei CO₂-Emissionen zu reduzieren“, sagte der Präsident des Bundesverbands Wärmepumpe, Karl-Heinz Stawiarski. „Sie nutzen die Umgebungswärme, um Gebäude zu beheizen, und können auch zur Kühlung im Sommer eingesetzt werden. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien wie Strom aus Wind und Sonne können sie auch klimaneutral betrieben werden.“

Wie die Diskussion um die Zukunft der Heizsysteme in Deutschland ausgehen wird, bleibt abzuwarten. „Die Politik muss hier eine klare Richtung vorgeben und den Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme fördern“, so Stawiarski.


Wärmepumpen – Selbstbetrug bei CO₂-Bilanz

Allerdings grenzt auch die von Habeck favorisierte Wärmepumpe an Selbstbetrug, denn die geforderten 65 Prozent erneuerbarer Energie lässt sich auch mit dieser Technik nicht umsetzen. Laut Angabe der Bundesnetzagentur lag der Anteil der Erneuerbaren im Jahr 2022 bei 48,3 Prozent. Dieser Wert ist über das gesamte Jahr gemittelt und nur deswegen so hoch, weil die Solaranlagen im Sommer aufgrund der hohen Anzahl sonnenreicher Tage außergewöhnlich viel Strom erzeugt haben. In der Heizperiode ab Herbst kam der Strom aber überwiegend aus Kohlekraftwerken. Trotzdem gilt die Wärmepumpe als CO₂-neutral.

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