Geleakte Daten zeigen: Tesla verheimlichte Autopilot-Unfälle bei denen es auch Tote gab

In den USA soll Tesla über Jahre schwere Unfälle mit dem Autopilot unvollständig offengelegt haben, obwohl genau diese Fälle entscheidend waren, um die Risiken des Systems im laufenden Praxiseinsatz zu bewerten. Auslöser der neuen Kritik ist ein großes Datenleck, das tausende interne Vorgänge und Kundenbeschwerden sichtbar machte. Die Unterlagen deuten darauf hin, dass Tesla seine Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen als Testfeld nutzte, obwohl das System teils abrupt beschleunigte, grundlos bremste oder Hindernisse falsch deutete. Die Folgen waren massiv: mehr als 1000 Unfälle, schwere Verletzungen, Tote unter Insassen und Drittpersonen sowie wachsender Druck durch Gerichte und US-Behörden (srf: 20.04.26).


Verheimlichte Unfälle lieferten die wichtigsten Warnsignale

Das Datenleck geht auf einen Insider zurück, der sich Ende 2022 meldete. In den geleakten Akten finden sich tausende Beschwerden von Kunden. Mehr als 2400 Meldungen betreffen plötzliche Beschleunigungen, außerdem listen die Unterlagen mehr als 1000 Unfälle. In vielen Fällen blieb der Status jedoch als „ungelöst“ stehen.

Geleakte Daten zeigen: Tesla hielt Autopilot-Unfälle zurück. Auch Tote und schwere Crashs wurden nicht vollständig an Behörde gemeldet
Geleakte Daten zeigen: Tesla hielt Autopilot-Unfälle zurück. Auch Tote und schwere Crashs wurden nicht vollständig an Behörde gemeldet

Gerade diese Unfälle waren für die Sicherheitsbewertung zentral. Sie zeigten nicht theoretische Schwächen, sondern konkrete Fehlreaktionen im echten Verkehr. Wenn ein Hersteller solche Vorfälle nicht offenlegt oder klein hält, fehlt Behörden, Gerichten und Käufern genau die Datengrundlage, die über Leben und Tod entscheiden kann. Der Vorwurf gegen Tesla lautet deshalb nicht nur auf technische Mängel, sondern auch auf systematische Intransparenz bei besonders brisanten Schäden.

Tesla nutzte öffentliche Straßen als Versuchsfeld

Nach Darstellung von SRF und RTS setzte Tesla den normalen Straßenverkehr als Entwicklungsumgebung für sein autonomes Fahrsystem ein. Das brachte dem Konzern schnell große Datenmengen. Zugleich verlagerte Tesla die Risiken auf Kunden und andere Verkehrsteilnehmer. Wer neben einem solchen Fahrzeug fuhr, wurde damit Teil eines Tests, ohne zugestimmt zu haben.

Besonders heikel waren Fehlfunktionen, die in der künstlichen Intelligenz als „Halluzinationen“ beschrieben werden. Fahrzeuge beschleunigten oder bremsten demnach ohne erkennbaren Grund. Zudem konnte das System seine Umgebung falsch interpretieren. Bei hoher Geschwindigkeit wurden solche Fehler sofort lebensgefährlich, weil das Auto Hindernisse erkannte, aber nicht zwingend rechtzeitig reagierte.


Urteil, Ermittlungen und der Vorwurf gezielter Vertuschung

Vergangenen Sommer wurde Tesla in den USA zur Zahlung von mehr als 240 Millionen Dollar verurteilt. Geklagt hatte die Familie der 22-jährigen Naibel Benavides, die starb, als ein Tesla im Autopilot-Modus das Fahrzeug ihres Lebensgefährten rammte. Ein Bundesrichter bestätigte das Urteil Ende Februar 2026. Tesla kann dagegen noch Berufung einlegen.

Im Verfahren wog vor allem ein Punkt schwer. Als Ermittler die Unfalldaten aus der Blackbox anforderten, erklärte Tesla laut Bericht, diese seien beschädigt. Experten der Opferanwälte stellten die gelöschten Informationen jedoch wieder her. Diese Daten sollen gezeigt haben, dass Tesla schon am Abend des Unfalls von der Fehlfunktion wusste. Das Auto hatte die Hindernisse erkannt, unternahm aber nichts, um die Kollision zu verhindern. Ein Überlebender sagte: „Als ich davon erfuhr, fühlte ich mich wie ein Versuchskaninchen.“

Gegen Tesla laufen deshalb mehrere Untersuchungen in den USA. Das Justizministerium prüft, ob das Unternehmen Konsumenten täuschte, außerdem ermittelt die nationale Verkehrssicherheitsbehörde. Whistleblower schilderten laut SRF ein Unternehmen, das schnelle Entwicklung über Sicherheit stellte. Wenn sich dieser Vorwurf weiter erhärtet, geht es nicht mehr nur um fehlerhafte Software. Dann steht die Frage im Raum, ob Tesla gefährliche Unfälle verschwieg, um seinen Autopilot trotz bekannter Risiken auf der Straße weiter zu testen.

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