In Schwerte in Nordrhein-Westfalen starben im September 2025 ein 43-jähriger Vater und zwei Kinder in einem brennenden Tesla, nachdem das Auto nach einem mutmaßlich verbotswidrigen Überholmanöver eines 57-jährigen Passat-Fahrers von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte. Das jetzt vorliegende Gutachten sieht in der versagten Tür- und Fensteröffnung einen zentralen Risikofaktor, weil die Insassen den Wagen nach dem Aufprall offenbar nicht mehr rechtzeitig verlassen konnten. Ein weiteres Kind überlebte nur, weil bei dem Crash eine Tür herausgerissen wurde und es sich selbst retten konnte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter, außerdem wurde das Kraftfahrt-Bundesamt eingeschaltet (welt: 12.04.26).
Gutachten lenkt den Blick auf die Türöffnung
Die Ermittlungen drehen sich nicht mehr nur um das Überholmanöver vor dem Aufprall. Zugleich rückt die Technik des Fahrzeugs stärker in den Mittelpunkt. Nach Medienberichten kam ein Sachverständiger zu dem Schluss, dass die automatische Tür- und Fensteröffnung nach dem Crash versagte. Warum das System nicht funktionierte, blieb bislang offen.

Für die Staatsanwaltschaft ergibt sich daraus nach aktuellem Stand keine direkte Schuld des Herstellers. Das Gutachten erhöht jedoch den Druck auf die Behörden, weil die Sicherheitsfrage über diesen Einzelfall hinausweist. Deshalb wurde das Kraftfahrt-Bundesamt eingeschaltet, auch wenn bei Tesla in der EU nach Berichten die niederländische Zulassungsbehörde als zuständige Stelle gilt.
Überlebt hat nur das Kind mit offenem Fluchtweg
Besonders schwer wiegt der Umstand, dass nur ein Kind aus dem Wagen entkam. Es überlebte, weil beim Aufprall eine Tür herausgeschleudert wurde. Für den Vater und die beiden anderen Kinder gab es dagegen offenbar keinen rettenden Ausgang mehr, während sich das Feuer im Fahrzeug ausbreitete.
Parallel dazu läuft inzwischen ein Verfahren gegen den 57-jährigen Fahrer des VW Passat. Dabei soll geklärt werden, wer strafrechtlich für den Tod der drei Opfer verantwortlich ist. Das Gutachten spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle, weil es den technischen Ablauf nach dem Crash genauer beschreibt und damit die Frage nach Ursache und Folgen neu gewichtet.
Frühere Fälle verstärken die Debatte um Tesla-Türen
Der Fall aus Schwerte steht zudem nicht völlig allein. Bereits 2022 starben in Brandenburg zwei 18-Jährige nach einem Tesla-Unfall, bei dem sich die Türen Berichten zufolge ebenfalls nicht öffnen ließen. Solche Fälle nähren die Zweifel an elektrisch gesteuerten Türsystemen, wenn nach einem schweren Aufprall jede Sekunde zählt.
Hinzu kommt die grundsätzliche Kritik an versenkten und elektrisch gesteuerten Türgriffen vieler Tesla-Modelle. Sie wirken im Alltag modern, können aber in Notlagen zum Problem werden. Während China solche Systeme ab 2027 verbietet, erlaubten die Niederlande zuletzt als erstes EU-Land die Nutzung von „FSD Supervised“ für Tesla unter ständiger Fahreraufsicht. Gerade deshalb dürfte der Brand von Schwerte die Debatte über Sicherheit, Zulassung und Rettung aus E-Autos weiter verschärfen.
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