MANN+HUMMEL schließt Werk in Speyer – 600 Beschäftigte vor dem Aus

MANN+HUMMEL will sein Werk in Speyer bis 2028 schließen. Betroffen sind 600 Beschäftigte, darunter 400 Mitarbeiter in der Produktion. Der Standort produziert Filterelemente, wie Luft-, Öl- und Luftentölelemente für Landwirtschaft und den Maschinenbau. Die Fertigung soll schrittweise in andere Werke verlagert werden. Als Auslöser nennt das Unternehmen schwaches Wirtschaftswachstum in Europa, höhere Energie- und Arbeitskosten sowie zusätzliche Belastungen durch Zölle und geopolitische Unsicherheiten in den Lieferketten. Für Speyer ist die Entscheidung deshalb ein harter Einschnitt, weil ein Industriestandort mit Wurzeln bis 1945 vor dem Ende steht (t-online: 21.04.26).


Werk mit langer Geschichte verliert seine Perspektive

Der Standort in Speyer gehört seit Jahrzehnten zur Industrie der Stadt. Das Werk geht auf das Jahr 1945 zurück und steht damit für eine lange Fertigungstradition. Nun endet diese Geschichte, weil der Konzern die Produktion nicht am Standort halten will.

Werksschließung bei MANN+HUMMEL: In Speyer sind 600 Beschäftigte betroffen. Der Standort mit langer Geschichte soll bis 2028 schließen
Bild:© MANN+HUMMEL

In Speyer stellt MANN+HUMMEL nach den vorliegenden Angaben Filterelemente für Landwirtschaft und Maschinenbau her. Damit bedient das Werk Bereiche, die technisch spezialisiert sind und zugleich fest in industrielle Lieferketten eingebunden bleiben. Dennoch zieht der Konzern die Produktion ab, während die Verlagerung bis 2028 Schritt für Schritt erfolgen soll.

Hohe Kosten und schwache Konjunktur geben den Ausschlag

Das Unternehmen begründet den Schritt mit mehreren Belastungen zugleich. Genannt werden das schwache Wirtschaftswachstum in Europa sowie gestiegene Energie- und Arbeitskosten. Außerdem verteuern Zölle und geopolitische Unsicherheiten die Lieferketten, weshalb der Kostendruck weiter steigt.

Diese Mischung trifft nicht nur kleinere Betriebe, sondern auch große Industrieunternehmen. MANN+HUMMEL betreibt nach eigenen Angaben weltweit 80 Standorte und erzielt einen Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Euro. Gerade deshalb zeigt der Fall, wie hart die Rahmenbedingungen inzwischen selbst für große Zulieferer geworden sind.


Stadt fordert Lösungen für die Belegschaft

Für die Beschäftigten beginnt nun eine Phase großer Unsicherheit. 600 Arbeitsplätze sind betroffen, während 400 davon direkt in der Produktion liegen. Damit verliert der Standort nicht nur Maschinen und Aufträge, sondern zugleich ein erhebliches Beschäftigungsvolumen.

Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler nannte die Ankündigung einen „harter Schlag“ für die Stadt. Sie erklärte: „Diese Nachricht ist ein harter Schlag für Speyer. Hinter den 600 Arbeitsplätzen stehen Menschen und Familien, die teilweise seit Jahrzehnten mit diesem Werk verbunden sind – das bewegt mich sehr.“ Die Stadt will sich deshalb für tragfähige Lösungen einsetzen, während das Unternehmen einen Sozialplan ausarbeiten will.

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