Bei der größten Katastrophenschutzübung im Landkreis Grafschaft Bentheim ist am 10. Oktober 2026 eine grundlegende Voraussetzung für erfolgreiche Rettungseinsätze zeitweise ausgefallen. Während rund 1.000 Einsatzkräfte einen Gefahrgutunfall, einen Waldbrand und schweres Hochwasser simulierten, brach das Funknetz zeitweise zusammen. Feuerwehr, Rettungsdienste und Katastrophenschutzeinheiten konnten deshalb nicht mehr durchgehend über die vorgesehenen Funkkanäle kommunizieren. Der Ausfall offenbarte eine erhebliche Schwachstelle bei der Bewältigung großer Katastrophenlagen. Denn ohne zuverlässigen Funk lassen sich Rettungskräfte weder sicher koordinieren noch rechtzeitig vor neuen Gefahren warnen. Die Verantwortlichen behoben die Störung während der Übung. Bei einem tatsächlichen Katastropheneinsatz könnten vergleichbare Kommunikationsausfälle jedoch Menschenleben gefährden.

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Funknetz versagt ausgerechnet bei hoher Einsatzbelastung
Ein funktionierendes Funknetz gehört zur unverzichtbaren Grundausstattung jeder Feuerwehr und jedes Rettungsdienstes. Einsatzleiter müssen ihre Kräfte jederzeit erreichen, Verstärkung anfordern und Gefahrenmeldungen weitergeben können. Doch ausgerechnet diese grundlegende Voraussetzung war bei der Großübung zeitweise nicht erfüllt. Die hohe Belastung brachte die Funkkommunikation an ihre Grenzen. Damit zeigte sich eine Schwäche genau unter den Bedingungen, für die das System benötigt wird.
Gegenüber dem NDR erklärte der Einsatzleiter: „Wir sind beim Funk von der Auslastung an unsere Grenzen gekommen“. Das ist besonders kritisch, weil Katastrophen häufig mehrere Einsatzorte gleichzeitig betreffen. Ohne zuverlässige Verständigung können wichtige Informationen verspätet oder gar nicht ankommen. Dadurch drohen fehlerhafte Entscheidungen, verzögerte Rettungsmaßnahmen und zusätzliche Gefahren für Einsatzkräfte sowie Betroffene.
Drei Katastrophenszenarien überlasten die Kommunikation
Die Großübung unter dem Namen „Vechtekater“ sollte die Leistungsfähigkeit der Rettungsorganisationen unter realistischen Bedingungen überprüfen. In Bad Bentheim simulierten die Einsatzkräfte einen Gefahrgutunfall im Bahnbereich. Dabei mussten sie einen Zug evakuieren und zahlreiche Verletzte versorgen. Außerdem transportierte ein Hubschrauber simulierte Verletzte zu einer Klinik in Nordhorn. Gerade bei Gefahrgutunfällen ist eine zuverlässige Kommunikation entscheidend, weil sich gefährliche Stoffe ausbreiten können.
In Itterbeck bekämpften Einsatzkräfte gleichzeitig einen ausgedehnten Vegetationsbrand. Hubschrauber unterstützten dabei die Brandbekämpfung aus der Luft. In Nordhorn trainierten weitere Einheiten den Hochwasserschutz nach schweren Regenfällen. Sie transportierten Sandsäcke mit Booten und errichteten Schutzbarrieren. Alle drei Szenarien erforderten deshalb eine enge Abstimmung zwischen den beteiligten Organisationen.
Rund 1.000 Einsatzkräfte – doch das Funknetz hält nicht durch
An der Großübung beteiligten sich Feuerwehren, Polizei, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr und verschiedene Rettungsorganisationen. Hinzu kamen Einheiten aus Nordrhein-Westfalen sowie Einsatzkräfte aus den Niederlanden. Parallel arbeiteten der Katastrophenschutzstab und die Technische Einsatzleitung im Nordhorner Kreishaus. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bewertete der Landkreis anschließend positiv. Allerdings kann dieser organisatorische Erfolg die festgestellten Kommunikationsprobleme nicht ausgleichen.
Die Einsatzkräfte kannten die konkreten Szenarien vorher nicht, damit möglichst realistische Bedingungen entstanden. Außerdem führten die simulierten Schadenslagen zu Straßensperrungen und Verkehrsbehinderungen. Für die Bevölkerung bestand keine tatsächliche Gefahr. Die Übung zeigte jedoch, dass selbst zahlreiche gut ausgebildete Rettungskräfte auf eine zuverlässige Kommunikationsinfrastruktur angewiesen sind. Wenn der Funk ausfällt, kann auch eine professionell organisierte Einsatzleitung ihre Aufgaben nur eingeschränkt erfüllen.
Funknetz muss gerade bei Großkatastrophen zuverlässig funktionieren
Der Landkreis will die technischen Schwierigkeiten nun genauer untersuchen und seine Kommunikationsstrukturen verbessern. Allerdings liegt bislang keine vollständige öffentliche Fehleranalyse vor. Auch das genaue Ausmaß der Funkunterbrechungen ist noch nicht abschließend dokumentiert. Die Verantwortlichen konnten die Störung zwar während der Übung beheben. Dennoch bleibt die zeitweilige Überlastung des Kommunikationssystems der entscheidende technische Befund.
Ein Funknetz muss nicht nur im normalen Einsatzalltag funktionieren, sondern gerade bei außergewöhnlich hoher Belastung. Denn bei einem realen Zugunglück, einem Waldbrand oder einer schweren Überschwemmung entscheiden Minuten über Menschenleben. Die Großübung in der Grafschaft Bentheim hat deshalb einen konkreten Nachbesserungsbedarf offengelegt. Wenn 1.000 Einsatzkräfte bei gleichzeitigen Katastrophenlagen nicht zuverlässig miteinander kommunizieren können, ist eine wesentliche Voraussetzung für wirksamen Katastrophenschutz nicht erfüllt.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: NDR (10.10.26) – EmsVechteWelle (10.10.26) – Landkreis Grafschaft Bentheim (08.10.26) – Stadt Bentheim (08.10.26)
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