Hamburg-Billbrook – Im Kraftwerk Tiefstack brach am 19. September gegen 11:25 Uhr ein Feuer in einem Kohletagesbunker aus. Die Feuerwehr entdeckte zunächst eine Brandstelle in etwa 15 Metern Höhe, später jedoch weitere Feuer in 20 und 30 Metern Höhe. Mitarbeiter stoppten deshalb sofort die Förderanlagen und verhinderten eine weitere Ausbreitung. Die Feuerwehr brachte 51 Beschäftigte aus dem Gefahrenbereich, verletzt wurde niemand. Rund 80 Einsatzkräfte bekämpften den Brand, während die Strom- und Wärmeversorgung nach Angaben der Feuerwehr jederzeit gesichert blieb.

Bild: Uwe Rohwedder, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Kraftwerk Tiefstack: Feuer erfasst mehrere Ebenen des Kohlebunkers
Der Brand entwickelte sich in einem von insgesamt sechs Kohletagesbunkern der Anlage. Der betroffene Bunker hat eine Grundfläche von etwa fünf mal acht Metern und enthielt rund 180 Tonnen Kohle. Wegen der Brandstellen auf mehreren Ebenen mussten die Einsatzkräfte jedoch an verschiedenen Punkten gleichzeitig löschen.
Die Feuerwehr setzte dafür zwei Strahlrohre und mehrere Hubrettungsfahrzeuge ein. Außerdem kam das Hochdruckschneid- und Löschsystem COBRA zum Einsatz. Teile des Bunkers mussten demontiert werden, während die Einsatzkräfte einen Teil der Kohle aus der Anlage entfernten.
Löscharbeiten dauern sieben Stunden
Rund sieben Stunden kämpften die Einsatzkräfte gegen das Feuer im Kraftwerk Tiefstack. Gegen 18:30 Uhr waren die offenen Flammen gelöscht, allerdings blieben einzelne Glutnester zurück. Deshalb kontrollierte die Feuerwehr die Anlage noch bis in die Nacht.
Die Polizei fand bislang keine Hinweise auf Fremdverschulden. Die genaue Brandursache ist jedoch weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Auch zur Höhe des entstandenen Sachschadens lagen zunächst keine belastbaren Angaben vor.
Schon 2025 brannte eine Kohlemühle in Tiefstack
Der aktuelle Einsatz ist nicht der erste Brand in der Kohleanlage. Bereits am 6. Oktober 2025 brannte im Kraftwerk Tiefstack eine Kohlemühle im Bereich eines Kohlebunkers. Damals suchten rund 50 Feuerwehrleute nach dem Brandherd, während die Ursache zunächst ungeklärt blieb.
Auch im Mai 2021 kam es zu einem größeren Feuer am Standort. Damals brannte ein Förderband für Kohle, wobei vermutlich ein überhitzter Antriebsmotor das Feuer ausgelöst hatte. Dennoch blieb die Wärmeversorgung auch bei diesem Einsatz bestehen, obwohl zeitweise mehr als 100 Feuerwehrleute vor Ort waren.
Tiefstack bleibt für Hamburgs Fernwärme wichtig
Das Heizkraftwerk deckt einen erheblichen Teil des Hamburger Fernwärmebedarfs. Die Anlage ist für die Grundlast ausgelegt und arbeitet derzeit noch mit Steinkohle. Deshalb hätte eine längere Betriebsstörung Auswirkungen auf einen wichtigen Teil der Hamburger Wärmeinfrastruktur haben können.
Hamburg will die Kohleverfeuerung am Standort spätestens 2030 beenden. Ein neuer Energiepark soll danach unter anderem industrielle Abwärme, Flusswasserwärme und Wärmespeicher nutzen. Bis zum Abschluss dieses Umbaus muss die bestehende Anlage jedoch weiterhin einen wesentlichen Teil der Wärmeversorgung absichern.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Feuer im Kraftwerk Tiefstack – FW-HH: Hamburg- Billbrook: Feuer mit zwei Löschzügen in einem Kohlekraftwerk – Flammen in Kohlebunker in Hamburger Kraftwerk besiegt – Feuer in Kraftwerk Tiefstack: Letzte Glutnester gelöscht
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