Dürre in Österreich verschärft Futternot – immer mehr Rinder werden notgeschlachtet

Österreichs Landwirtschaft leidet im August 2026 unter einer historischen Dürre mit massiven Folgen für Rinderhalter und Schlachtbetriebe. Die Futternot zwingt viele Bauern, ihre Bestände zu verkleinern und geplante Schlachtungen deutlich vorzuziehen. In Salzburg stiegen die täglichen Schlachtungen bei Alpenrind von rund 250 auf etwa 400 Tiere. Andere Betriebe melden ebenfalls erheblich mehr Schlachtvieh. Gleichzeitig fehlen auf zahlreichen Wiesen bis zu 50 Prozent des Futters, während manche Bauern bereits ihre Wintervorräte verfüttern. Die landwirtschaftlichen Dürreschäden erreichen inzwischen rund eine Milliarde Euro.


Futternot lässt Schlachtzahlen stark steigen

Die Entwicklung zeigt sich inzwischen in mehreren Bundesländern. Die ARGE Rind meldete zuletzt rund dreimal so viele Schlachtkühe zur Vermarktung wie üblich. Viele Höfe reduzieren ihre Bestände, damit das vorhandene Futter für die verbleibenden Tiere bis zum Winter reicht. Außerdem verkürzt Wassermangel regional die Almsaison und erzwingt frühere Abtriebe.

Dürre verschärft Österreichs Futternot: Bauern müssen Rinder notschlachten -  Futterernten brechen ein -  Schäden erreichen 1 Mrd. Euro
Dürre verschärft Österreichs Futternot: Bauern müssen Rinder notschlachten – Futterernten brechen ein – Schäden erreichen 1 Mrd. Euro
Bild: Shutterstock

Der zusätzliche Andrang belastet jedoch auch die Fleischwirtschaft. Beim Linzer Schlachtbetrieb Handlbauer kamen zeitweise etwa doppelt so viele Tiere an wie unter normalen Marktbedingungen. Große Fleischmengen lassen sich im Sommer nicht sofort frisch verkaufen und müssen deshalb eingefroren werden. Die Tiefkühllager sind bereits überdurchschnittlich ausgelastet und teilweise an ihrer Kapazitätsgrenze. Zusätzlich entstehen Lager- und Energiekosten, während eingefrorene Ware an Wert verliert.

Trockenheit vernichtet Grünfutter und Winterreserven

Besonders schwer trifft die Dürre das österreichische Grünland. Das Landwirtschaftsministerium rechnet auf zahlreichen Futterflächen mit Ausfällen von bis zu 50 Prozent. Viele Viehhalter verfüttern deshalb schon jetzt Vorräte für Herbst und Winter. Gleichzeitig erschwert die großflächige Trockenheit den Zukauf von Heu und anderen Futtermitteln.

Die Futternot verändert inzwischen auch den Rindermarkt. Die ARGE Rind meldete Anfang August einen Preisrückgang bei Schlachtkühen von bis zu 25 Prozent gegenüber Mitte Juli. Gleichzeitig bat der Verband darum, Lebendimporte von Schlachtrindern vorübergehend zu reduzieren. In normalen Wochen kommen laut ARGE Rind bis zu 1.000 Kühe zur Schlachtung aus dem Ausland nach Österreich.


Eine Milliarde Euro Schaden verschärft die Lage

Die Trockenheit trifft jedoch weit mehr als die Rinderhaltung. Die Österreichische Hagelversicherung beziffert den Dürreschaden inzwischen auf rund eine Milliarde Euro. Betroffen sind sämtliche Bundesländer sowie Grünland, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Kürbis, Soja und regional Getreide. Seit Mitte Juni fiel in einzelnen Regionen mehr als 75 Prozent weniger Niederschlag als im Zehnjahresmittel. Außerdem brachte der Juli österreichweit weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge.

Die Regierung sucht deshalb nach Hilfen für betroffene Betriebe. Nach einem Runden Tisch am 11. August stehen Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite und Entlastungen bei der Sozialversicherung zur Diskussion. Außerdem will das Landwirtschaftsministerium die Versorgung der Tierhalter mit Futtermitteln sichern. Eine konkrete Summe für zusätzliche staatliche Hilfen steht jedoch noch nicht fest. Ohne ergiebige Niederschläge dürfte die Futternot weitere Bauern zu Bestandsabbau und vorgezogenen Schlachtungen zwingen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Bundesministerium für Landwirtschaft (11.08.26)ORF Salzburg (11.08.26)Österreichische Hagelversicherung (10.08.26)Kurier (07.08.26)

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