Die geplante Kaufprämie für Elektroautos kehrt 2026 zurück, obwohl frühere Programme den Durchbruch nicht gebracht haben. Die Elektromobilität bleibt damit nach wie vor stark von staatlicher Hilfe abhängig. Die neue E-Auto-Förderung bindet erneut Milliarden. Diese Subventionen kommen vor allem beim Neuwagen-Kauf an und zwar häufig bei Haushalten mit überdurchschnittlichem Einkommen. Genau deshalb wächst die Kritik an einem Instrument das mittlerweile seit Jahren versucht ein Produkt am Markt durchzusetzen, welches sich ohne Subventionen nicht trägt.
Rückwirkende Kaufprämie ab 2026 belastet den Staatshaushalt
Ab Januar 2026 soll die Kaufprämie rückwirkend gelten. Anträge dazu können allerdings erst Monate später gestellt werden. Dadurch verschiebt der Staat finanzielle Risiken nach vorn, denn die Nachfrage schwankt seit seit Jahren stark. Zwar soll das Programm als Kaufanreiz wirken, doch die Erfahrungen aus früheren Runden zeigen ein anderes Bild. Viele Käufer warteten gezielt auf Zuschüsse, anstatt aus Überzeugung umzusteigen.

Zugleich bleibt die E-Auto-Förderung teuer, weil sie nicht punktuell eingreift, sondern in die Breite geht. Der Staat setzt damit auf ein Förderprogramm, das keinen klaren Ausstiegspfad kennt. Diese Logik verstärkt die Abhängigkeit der Hersteller von staatlichen Impulsen, statt Wettbewerb und Preisdruck zu fördern.
Elektromobilität braucht Marktpreise statt Dauersubventionen
Die Elektromobilität profitiert seit fast einem Jahrzehnt von staatlicher Unterstützung, dennoch stagniert der Absatz ohne Hilfen. Kritiker argumentieren daher, dass elektrische Mobilität nur dann nachhaltig wächst, wenn Preise und Infrastruktur überzeugen. Solange Kaufentscheidungen von Zuschüssen abhängen, entsteht kein stabiler Markt.
Hinzu kommt, dass Subventionen selten technologieoffen wirken. Sie lenken Kapital gezielt in ein Segment, während andere Bereiche vernachlässigt werden. Angesichts knapper Haushaltsmittel stellt sich deshalb die Frage, ob staatliche Zuschüsse für den Autokauf noch zeitgemäß sind.
Soziale Schieflage bei Neuwagen und Förderung
Ein zentrales Problem liegt in der Verteilung. Die Kaufprämie erreicht vor allem Käufer von Neuwagen und diese Gruppe verfügt meist über höhere Einkommen. Haushalte mit geringem Budget profitieren kaum, weil sie seltener neue Fahrzeuge erwerben. Trotzdem finanzieren sie das System über Steuern mit.
Auch die E-Auto-Förderung verstärkt diesen Effekt, weil sie nicht am Einkommen ansetzt. Dadurch entsteht ein Transfer von unten nach oben, obwohl die politische Kommunikation häufig soziale Ziele betont. Diese Diskrepanz untergräbt die Akzeptanz der Programme.
Subventionen ersetzen keine strukturellen Reformen
Seit Jahren fließen Milliarden in Subventionen, ohne die Kernprobleme zu lösen. Hohe Strompreise, fehlende Ladepunkte und schnelle Wertverluste bremsen den Markt stärker als der Anschaffungspreis. Eine weitere Kaufprämie ändert daran wenig, auch wenn sie kurzfristig Zahlen verbessert.
Stattdessen fordern Ökonomen eine Neujustierung. Sie plädieren für niedrigere Betriebskosten, verlässliche Rahmenbedingungen und weniger Eingriffe beim Neuwagen-Kauf. Ein solches Vorgehen würde langfristig mehr bewirken als das nächste Förderprogramm.
Zwischenbilanz zur E-Auto-Förderung
Die erneute E-Auto-Förderung zeigt, dass die Politik am bekannten Instrument festhält. Gleichzeitig bleibt offen, wann der Markt ohne staatliche Hilfe auskommen soll. Solange sich die Elektromobilität nicht eigenständig trägt, wächst der finanzielle Druck auf andere Aufgaben.
Am Ende steht eine grundsätzliche Entscheidung an. Entweder akzeptiert der Staat dauerhafte Eingriffe, oder er schafft Bedingungen, unter denen sich neue Antriebe selbst tragen. Eine weitere Runde der Kaufprämie verschiebt diese Entscheidung nur. (KOB)
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