Köln und Unterföhring – Der Stellenabbau bei RTL geht nach der Übernahme von Sky Deutschland in die nächste Runde. Bis Ende 2027 sollen rund 500 Vollzeitäquivalente entfallen. Den größten Teil will der Konzern bereits 2026 abbauen. Dabei sollen Doppelstrukturen verschwinden und Kosten sinken. RTL erwartet innerhalb von drei Jahren jährliche Synergien von 250 Millionen Euro. Weil Vollzeitäquivalente mehrere Teilzeitkräfte umfassen können, könnten deutlich mehr als 500 Beschäftigte betroffen sein. Betriebsbedingte Kündigungen will RTL jedoch möglichst vermeiden.

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Sky-Übernahme soll jährlich 250 Millionen Euro einsparen
RTL Group schloss die Übernahme von Sky Deutschland am 1. Juni 2026 ab. Zuvor hatte die EU-Kommission den Kauf ohne Auflagen genehmigt. Dadurch vereint der Konzern inzwischen rund 12,4 Millionen bezahlte Abonnements im deutschsprachigen Raum. Außerdem bündelt RTL nun Free-TV, Pay-TV, Streaming und wichtige Sportrechte unter einem Dach.
Die Integration dient jedoch nicht allein dem Wachstum. RTL will Inhalte- und Sachkosten senken sowie parallele Strukturen beseitigen. Außerdem sollen Verantwortlichkeiten stärker gebündelt werden. Der Stellenabbau bei RTL betrifft nach Angaben des Unternehmens beide großen Standorte. Gegenüber DWDL erklärte RTL, der Abbau solle sich ungefähr gleich auf Köln und Unterföhring verteilen.
Stellenabbau bei RTL folgt auf bereits 600 gestrichene Jobs
Für die Beschäftigten in Köln kommt die neue Sparrunde kurz nach einem erheblichen Personalabbau. RTL strich bereits im Zuge des Programms „Shift 2026“ rund 600 Stellen. Allein RTL News verlor laut WDR etwa 230 Arbeitsplätze. Mit den neuen Plänen steigt der Abbau damit auf insgesamt rund 1.100 Vollzeitstellen beziehungsweise Vollzeitäquivalente.
Bei Sky beginnt die größere Konsolidierung dagegen unmittelbar nach dem Eigentümerwechsel. RTL will auslaufende Verträge teilweise nicht verlängern und offene Stellen unbesetzt lassen. Zudem verhandelt das Unternehmen weitere Maßnahmen mit den Betriebsräten. Ver.di geht deshalb davon aus, dass tatsächlich mehr als 500 einzelne Beschäftigte betroffen sein werden.
Klassische TV-Werbung verliert weiter an Umsatz
Der Stellenabbau bei RTL trifft zugleich auf einen grundlegenden Wandel des Mediengeschäfts. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Konzernumsatz um 3,9 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro. Organisch erreichte RTL jedoch lediglich ein Plus von 0,1 Prozent. Gleichzeitig sank der Umsatz mit klassischer TV-Werbung um 4,0 Prozent. Digitale Werbeerlöse legten dagegen um 10,9 Prozent zu.
Das Streaminggeschäft wächst deutlich schneller. Die Streamingumsätze stiegen im ersten Halbjahr um 27,2 Prozent. Außerdem kletterte die Zahl der zahlenden Abonnements von RTL+ und M6+ um 20,7 Prozent auf 8,7 Millionen. Dennoch setzt RTL parallel auf konsequente Kostensenkungen. Nach der Sky-Übernahme sollen deshalb Programm, Technik und Organisation enger verzahnt werden.
Gewerkschaften kritisieren jedoch die Folgen für Beschäftigung und journalistische Strukturen. Ver.di verweist auf die bereits vorher gestrichenen Stellen und erwartet mehr als 500 direkt Betroffene. Auch der Deutsche Journalisten-Verband warnt vor einem Verlust journalistischer Kompetenz. RTL hält dagegen am Ziel fest, den Personalabbau möglichst sozialverträglich umzusetzen. Für Köln und Unterföhring bedeutet die Fusion dennoch eine weitere deutliche Verkleinerung der Belegschaften.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: dwdl (18.09.26) – taz (18.09.26) – EXPRESS (17.09.26)
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