Wieder Batteriebrand in Moss Landing: Vistra bekommt Brandrisiko nicht vollständig in den Griff

Im kalifornischen Moss Landing ist am 18. September 2026 erneut ein Feuer im Batteriespeicher von Vistra ausgebrochen. Der Batteriebrand in Moss Landing begann gegen 6.15 Uhr im bereits 2025 schwer beschädigten Gebäude Moss 300. Nach Angaben von Vistra entzündeten sich dort etwa 1.200 noch geladene Batteriemodule. Deshalb mussten Anwohner in einem Umkreis von rund einer Drittelmeile in ihren Häusern bleiben. Verletzte gab es nicht, jedoch schaltete Vistra das benachbarte Gaskraftwerk vorsorglich ab.

Der Batteriebrand in Moss Landing zeigt: Trotz Sanierung bleiben geladene Akkus und erneute Feuer ein ungelöstes Problem für Vistra
Bild: Sutterstock

Batteriebrand in Moss Landing trifft noch immer geladene Akkus

Vor dem Großbrand im Januar 2025 befanden sich rund 100.000 Batteriemodule in Moss 300. Etwa 44.000 davon überstanden das Feuer, während Vistra inzwischen rund 39.000 Module vom Gelände entfernte. Rund 5.000 unbeschädigte Batterien blieben jedoch im Gebäude zurück. Sie waren wegen schwerer Gebäudeschäden teilweise nicht sicher erreichbar.

Gerade dieser Restbestand entwickelt sich nun erneut zum Problem. Die etwa 1.200 entzündeten Module hatten ihre elektrische Ladung bis heute nicht verloren. Der Batteriebrand in Moss Landing ereignete sich zudem während der laufenden Sanierung unter Aufsicht der US-Umweltbehörde EPA. Damit besteht die Brandgefahr selbst mehr als anderthalb Jahre nach dem ursprünglichen Großfeuer fort.


Vistra hatte schon vor dem Großbrand schwere Batterie-Störfälle

Dabei begann die Serie technischer Probleme deutlich vor 2025. Bereits im September 2021 beschädigte ein fehlerhaft ausgelöstes wasserbasiertes Sicherheitssystem Batterien in der Vistra-Anlage. Mehrere Batterien überhitzten und erzeugten Rauch, jedoch entstand laut Untersuchung kein Feuer. Vistra musste die 300-Megawatt-Anlage anschließend für Untersuchungen und Reparaturen außer Betrieb nehmen.

Im Februar 2022 folgte ein ähnlicher Vorfall im benachbarten 100-Megawatt-Teil von Vistra. Wasser gelangte erneut an Batterien, während Kurzschlüsse und Rauch entstanden. Auch damals meldete Vistra keinen Brand, jedoch stoppte das Unternehmen die Wiederinbetriebnahme anderer Anlagenteile. Die beiden Ereignisse zeigten damit bereits früh Probleme beim Umgang mit den Batteriesystemen und ihrer Sicherheitstechnik.

Großbrand, Wiederentzündung und jetzt erneut Feuer

Am 16. Januar 2025 änderte sich die Dimension erheblich. In Moss 300 brach ein Großbrand aus, der mehrere Tage andauerte und rund 1.200 Menschen zur Evakuierung zwang. Bereits am 18. Februar entzündete sich Material im ausgebrannten Gebäude erneut. Die Behörden erklärten damals ausdrücklich, beschädigte Batterien könnten bis zu ihrer Entfernung weitere Aufflammungen verursachen.

Der neue Batteriebrand in Moss Landing zeigt deshalb, dass Vistra das Brandrisiko am Standort bislang nicht vollständig beseitigen konnte. Selbst nach umfangreicher Sanierung blieben tausende geladene Module im beschädigten Gebäude zurück. Die EPA hatte noch am 8. September die letzte Phase der Räumung angekündigt. Nur zehn Tage später brannte ein Teil dieses Restbestands. Dass die betroffenen Batterien wegen Einsturzgefahr nicht früher erreichbar waren, erklärt die Verzögerung, beseitigt jedoch nicht die bestehende Gefahr.

Hinzu kommt ein weiterer Batteriebrand am Standort Moss Landing, der allerdings nicht Vistra zugerechnet werden darf. Im September 2022 brannte ein Tesla-Megapack der unmittelbar benachbarten PG&E-Anlage nach Wassereintritt und anschließendem Thermal Runaway. Damit hat das Energiezentrum insgesamt mehrere schwere Batterieereignisse erlebt. Für Vistra selbst stehen zwei frühere Überhitzungsereignisse, der Großbrand von 2025 und inzwischen zwei Wiederentzündungen in der Bilanz.

Vefasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Call Matters (18.09.26)Monterey County Now (18.09.26)AOL (18.09.26)CBS (18.09.26)

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