Stuttgart/Ludwigsburg, August 2026 – Porsche verkauft seine Management- und IT-Beratung MHP vollständig an Tata Consultancy Services (TCS). Der indische IT-Konzern bewertet MHP dabei mit 320 Millionen Euro. Rund 4.500 Beschäftigte wechseln mit dem Unternehmen zu TCS, während Porsche die Beratung aus seinem Beteiligungsportfolio herauslöst. Zugleich vereinbaren beide Konzerne eine fünfjährige Zusammenarbeit über 1,25 Milliarden Euro für IT-, Software- und KI-Leistungen. Porsche begründet den Schritt mit der stärkeren Konzentration auf das Kerngeschäft und setzt damit seine Strategie „Sportwagenschmiede 35“ fort. Die Behörden müssen der Übernahme jedoch noch zustimmen; TCS rechnet mit dem Abschluss innerhalb von drei bis vier Monaten. TCS will MHP anschließend als eigenständige Marke und Beratungsgesellschaft weiterführen.
Porsche bindet Tata zugleich mit Milliardenvertrag
Der eigentliche Umfang des Geschäfts geht deutlich über den Kaufpreis hinaus. TCS zahlt für MHP einen Unternehmenswert von 320 Millionen Euro, erhält jedoch zugleich einen langfristigen Großauftrag von Porsche. Der Fünfjahresvertrag umfasst Leistungen entlang der automobilen Wertschöpfungskette. Außerdem richtet TCS für Porsche ein eigenes AI Mobility Centre of Excellence ein.

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Dort sollen beide Unternehmen Anwendungen für Produktion, Entwicklung, Betriebsabläufe und Kundenerlebnis entwickeln und skalieren. MHP bringt dafür Kenntnisse bei SAP, künstlicher Intelligenz, Fertigungsdigitalisierung und softwaredefinierter Mobilität ein. Allerdings sank der Umsatz der Beratung 2025 auf rund 743 Millionen Euro, nachdem er 2024 noch etwa 830 Millionen Euro erreicht hatte. Der langfristige Porsche-Auftrag schafft deshalb für TCS unmittelbar ein erhebliches gesichertes Geschäftsvolumen.
MHP wechselt nach fast drei Jahrzehnten zu Tata
Porsche stieg bereits 1998 bei MHP ein und baute seinen Anteil anschließend schrittweise aus. Anfang 2024 übernahm der Sportwagenbauer die Beratung vollständig. Dennoch suchte der Konzern später nach einem Partner und prüfte dabei zunächst verschiedene Modelle. Nun trennt sich Porsche vollständig von den Anteilen, bleibt aber einer der wichtigsten Kunden.
MHP betreut mehr als 300 Kunden und besitzt besonders viel Erfahrung in der Auto- und Fertigungsindustrie. Hinzu kommen Kunden aus Luftfahrt, Verteidigung, Energie und öffentlichem Sektor. TCS erhält deshalb nicht nur zusätzliche Umsätze, sondern auch direkten Zugang zu spezialisierten Industriekompetenzen in Europa. Außerdem erweitert der indische Konzern mit MHP seine Position im deutschen Beratungsmarkt.
Verkauf gehört zum großen Porsche-Umbau
Der Verkauf fällt in eine umfassende Neuordnung bei Porsche. Ende Juli vereinbarten Vorstand und Arbeitnehmervertreter den Abbau weiterer 5.000 Stellen bis 2035. Zusammen mit früheren Maßnahmen soll die Belegschaft damit um rund 9.000 Stellen schrumpfen. Porsche will jedoch zugleich 2,1 Milliarden Euro in Zuffenhausen und Weissach investieren und beide Standorte bis 2035 sichern.
Die wirtschaftliche Ausgangslage erklärt den Umfang des Umbaus. 2025 sank das operative Konzernergebnis von 5,64 Milliarden Euro auf nur noch 413 Millionen Euro, während der Umsatz auf 36,27 Milliarden Euro zurückging. Im Vorjahr hatte Porsche noch 40,08 Milliarden Euro umgesetzt. Der Sportwagenbauer reagiert deshalb mit niedrigeren Kosten, einer veränderten Produktstrategie und stärkerer Konzentration auf das Kerngeschäft. Der MHP-Verkauf ist damit ein weiterer konkreter Schritt dieser Neuordnung, während die digitale Zusammenarbeit mit der ehemaligen Tochter bestehen bleibt.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Handelsblatt (24.08.26) – Reuters (24.08.26) – Porsche Newsroom (24.08.26)
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