Ein schweres Unwetter traf am 19. August den Westerwald und weitere Teile im Norden von Rheinland-Pfalz. Dabei waren zeitweise rund 25.000 Wohneinheiten ohne Strom, insgesamt trafen die Ausfälle 65 Ortsgemeinden. Umgestürzte Bäume beschädigten Freileitungen, Leiterseile, Dachständer und Hausanschlüsse. Besonders aufwendig waren die zahlreichen Einzelschäden im Niederspannungsnetz. Während Höhr-Grenzhausen ein Tornado traf, starb im ebenfalls betroffenen Waldorf im Kreis Ahrweiler eine Frau. Bis zum Abend des 22. August stellte der Netzbetreiber die Versorgung vollständig wieder her. Viele Schäden sind jedoch zunächst nur provisorisch repariert.
Westerwald: Stromnetz an zahlreichen Stellen beschädigt
Bereits in der ersten Nacht brachte Energienetze Mittelrhein einen großen Teil der Anschlüsse wieder ans Netz. Am 20. August erhielten rund 90 Prozent der zuvor betroffenen Wohneinheiten wieder Strom. Dennoch blieben einzelne Orte und Gebäude länger ohne Versorgung. Deshalb mussten Techniker die Schäden schrittweise vor Ort lokalisieren und reparieren.

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Auch Einrichtungen mit sensibler Infrastruktur waren betroffen. Das Herz-Jesu-Krankenhaus und das Hospiz St. Thomas in Dernbach nutzten zeitweise ihre Notstromversorgung. Der reguläre Betrieb lief später jedoch wieder an. Außerdem erschwerten zerstörte Gebäude, umgestürzte Bäume und gesperrte Bereiche die Arbeiten der Einsatzkräfte.
250 Trafostationen wieder am Netz – danach blieben Einzelschäden
Am 21. August waren alle rund 250 betroffenen Trafostationen wieder in Betrieb. Damit funktionierte das Mittelspannungsnetz erneut vollständig. Danach blieben jedoch rund 100 komplexe Störungen im Ortsnetz und an einzelnen Hausanschlüssen. Dabei konnte eine Meldung nur ein Gebäude betreffen, eine andere dagegen einen ganzen Straßenzug. Deshalb benötigten die verbliebenen Arbeiten deutlich mehr Zeit.
Gerissene Leiterseile und beschädigte Dachständer verursachten besonders aufwendige Reparaturen. Während größere Netzbereiche durch technische Umschaltungen schneller wieder Strom erhielten, funktionierte das bei einzelnen Gebäudeanschlüssen nicht. Fachkräfte mussten deshalb viele Schadstellen direkt begutachten. Am Samstagabend meldete enm schließlich die vollständige Wiederversorgung im Westerwald. Dauerhafte Reparaturen stehen jedoch weiterhin aus.
Tornado trifft Höhr-Grenzhausen besonders schwer
Besonders schwere Schäden entstanden in Höhr-Grenzhausen und mehreren umliegenden Gemeinden. Der Sturm deckte Dächer ab, entwurzelte Bäume und beschädigte Fassaden. Außerdem traf er unter anderem Boden, Bannberscheid und weitere Orte im unteren Westerwald. Die Europäische Unwetterdatenbank bestätigte später einen Tornado für die Region. Während der Aufräumarbeiten blieben einzelne Straßen, Spielplätze und andere Bereiche aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Zwar fließt inzwischen überall wieder Strom, doch damit endet die Schadensbeseitigung nicht. Der Netzbetreiber muss provisorisch instand gesetzte Leitungen und Anschlüsse in den kommenden Wochen dauerhaft reparieren. Außerdem laufen in den betroffenen Gemeinden weitere Sicherungs- und Aufräumarbeiten. Wie relevant Vorsorge bei längeren Ausfällen ist, zeigte sich wenige Tage zuvor in Staudt. Dort hatte die Gemeinde ausgerechnet kurz vor dem Unwetter ein Szenario mit längerem Stromausfall durchgespielt.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Westerwälder Zeitung (25.08.26) – Welt (22.08.26) – Energienetze Mittelrhein (22.08.26) – WW-Kurier (19.08.26)
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