Playmobil: Deutsches Werk geschlossen – Konzernumsatz fast halbiert

Zirndorf/Dietenhofen – Playmobil hat Ende Juni 2026 sein letztes deutsches Werk für die Figurenproduktion in Dietenhofen geschlossen. Rund 350 Beschäftigte sind davon betroffen. Die Produktion läuft nun vor allem in Malta und Tschechien. Gleichzeitig verließ Vorstand Bahri Kurter das Unternehmen, während Lars Wagner zum 1. Oktober übernimmt. Der Konzern verweist auf hohe Produktions-, Energie- und Infrastrukturkosten in Deutschland. Zugleich belasten ein jahrelanger Umsatzrückgang und hohe Verluste die Horst Brandstätter Group.

Playmobil beendet die Figurenproduktion in Deutschland. 350 Stellen sind betroffen, Umsatz und Ergebnis gehen seit Jahren deutlich zurück
Bild: Shutterstock

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Playmobil verliert seit 2020/21 rund 46 Prozent Umsatz

Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte die Horst Brandstätter Group nur noch 409 Millionen Euro Umsatz. Im Vorjahr waren es 449 Millionen Euro, während 2020/21 noch 758 Millionen Euro erreicht wurden. Damit ist der Konzernumsatz seit diesem Höchststand um rund 46 Prozent gefallen. Außerdem weist der Geschäftsbericht für 2024/25 einen Fehlbetrag von mehr als 115 Millionen Euro aus.

Der Rückgang fällt besonders auf, weil sich der internationale Spielwarenmarkt deutlich besser entwickelt. In den 14 von Circana erfassten Märkten stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr 2026 um 14 Prozent. Playmobil kann seine Entwicklung deshalb nicht allein mit einer allgemeinen Branchenschwäche erklären. Allerdings belasten hohe Kosten am Standort Deutschland die Produktion zusätzlich.


Werksschließung beendet Figurenproduktion in Deutschland

Dietenhofen war seit Anfang der 1970er Jahre ein wichtiger Produktionsstandort des Unternehmens. Ende Juni 2026 endete dort jedoch die Herstellung der bekannten Figuren. Für rund 350 Beschäftigte vereinbarten Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter Abfindungen, Qualifizierungsangebote sowie eine Transfergesellschaft. Die Produktion von Lechuza-Pflanzgefäßen bleibt dagegen am Standort bestehen.

Schon 2023 hatte die Unternehmensgruppe den Abbau von rund 700 Stellen weltweit angekündigt. Außerdem verlagerte der Konzern Teile des Werkzeug- und Formenbaus. Die Schließung der Figurenproduktion setzt diesen Umbau deshalb konsequent fort. Verwaltung und Entwicklung von Playmobil bleiben jedoch weiterhin in Deutschland.


Neuer Vorstand soll den jahrelangen Rückgang stoppen

Parallel zur Produktionsverlagerung verändert sich erneut die Führung des Unternehmens. Bahri Kurter schied im September 2026 aus dem Vorstand aus. Seit 2023 hatte er Entwicklung, Marketing und Vertrieb verantwortet. Gründe für seinen Weggang veröffentlichte das Unternehmen nicht.

Zum 1. Oktober übernimmt Lars Wagner diese Aufgaben. Er war bereits von 2018 bis 2021 für das Unternehmen tätig. Gleichzeitig setzt der Hersteller auf neue Zielgruppen, Lizenzprodukte und zusätzliche Spielkonzepte. Ob diese Strategie den jahrelangen Umsatzrückgang dauerhaft stoppen kann, lässt sich derzeit noch nicht belastbar beurteilen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: KZeitung (23.09.26) – WirtschaftsWoche (17.09.26) – Toy Association (10.08.26)

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