Neustadt bei Coburg verliert zum 31. Dezember 2026 einen traditionsreichen Spielzeughersteller. Rolly Toys beendet nach der gescheiterten Sanierung die Produktion im oberfränkischen Stammwerk. Auslöser waren der Verlust des zweitgrößten Kunden, hohe Energie-, Material- und Einkaufskosten, Konkurrenz aus China und US-Zölle. Die Rettung scheiterte jedoch endgültig, weil kein Investor die Fertigung am deutschen Standort fortführen wollte. Deshalb verlieren 113 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze. Viele von ihnen sind zwischen 50 und 62 Jahre alt. Die Marke könnte fortbestehen, doch die Produktion dürfte an einen anderen Standort wechseln.
Investorensuche für Spielzeughersteller Rolly Toys endet ohne Rettung
Das Unternehmen beantragte im Februar 2026 Insolvenz in Eigenverwaltung. Geschäftsführung und Sanierungsexperten suchten deshalb bei laufendem Betrieb nach einem Investor. Mehrere Interessenten prüften eine Übernahme, doch keiner wollte die Produktion in Neustadt fortsetzen. Zwei Unternehmen verhandeln weiterhin über die Marke und eine Fertigung an einem anderen Standort.

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Geschäftsführer Frank Schneider bestätigte das Ende des Werks mit klaren Worten. „Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten. Damit geht ein Stück Spielzeuggeschichte verloren“, sagte er dem „Fränkischen Tag“. Außerdem plant die Geschäftsführung eine Prämie für Beschäftigte, die bis zum letzten Produktionstag bleiben. Für viele ältere Mitarbeiter wird die berufliche Neuorientierung jedoch besonders schwierig.
Hohe Kosten und Kundenverlust verschärfen die Krise
Für Rolly Toys wurde der Absprung des zweitgrößten Kunden im Jahr 2025 zum schweren Einschnitt. Zugleich verteuerten sich Energie, Material und Wareneinkauf nach Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich. Das Unternehmen konnte die Mehrkosten jedoch nicht vollständig über höhere Verkaufspreise ausgleichen. Außerdem belasteten chinesische Wettbewerber und neue US-Zölle das Geschäft.
Potenzielle Käufer interessierten sich zwar für Produkte und Markenrechte, jedoch nicht für die Fertigung in Oberfranken. Hohe Produktionskosten am deutschen Standort schreckten Investoren nach Angaben des Unternehmens ab. Deshalb könnte ein Erwerber die Kinderfahrzeuge künftig außerhalb Deutschlands herstellen. Für Neustadt bedeutet das selbst bei einem Markenverkauf das endgültige Ende der industriellen Produktion.
Nach 88 Jahren endet die Fertigung in Neustadt
Franz und Rosa Schneider gründeten das Unternehmen 1938 im Coburger Land. Ab 1966 fertigte der Betrieb zudem die später bekannten Trettraktoren. Zuletzt entstanden jährlich rund 250.000 Kinderfahrzeuge auf einer Betriebsfläche von etwa 36.000 Quadratmetern. Noch im Januar 2026 präsentierte sich der Hersteller auf der 75. Nürnberger Spielwarenmesse.
Die Marke Rolly Toys könnte nach der Werksschließung weitergeführt werden. Für die 113 Beschäftigten ändert ein Verkauf jedoch nichts an den ausgesprochenen Kündigungen. Zugleich verliert die traditionsreiche Spielzeugregion Coburg einen weiteren produzierenden Betrieb. Nach 88 Jahren endet deshalb die Geschichte des Familienunternehmens am Heimatstandort.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Welt (27.07.26) – BR24 (27.07.26) – MDR (27.07.26) – Fokus (27.07.26)
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