Harbour Energy will mit der Erdgas-Probebohrung in Langwedel erkunden, ob zwischen Holtebüttel und Langwedel-Förth ein nutzbares Erdgasvorkommen liegt. Die Explorationsbohrung trägt die Bezeichnung Nindorf Z1 und gehört zum Erlaubnisfeld Verden I. Der geplante Bohrplatz südlich der Autobahn 27 ist bereits gesichert. Die Gemeinde verweigert jedoch die Nutzung ihrer Grundstücke und Wege für die Zufahrt. Auch nach erneuter Beratung im September 2026 bleibt Langwedel bei diesem Nein. Hintergrund sind unter anderem frühere Erdbeben im Umfeld der regionalen Erdgasförderung. Nun muss das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klären, wie das Verfahren weitergeht.

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Nindorf Z1 soll nach einem weiteren Erdgasvorkommen suchen
Nindorf Z1 ist keine neue Förderbohrung, sondern zunächst eine Explorationsbohrung. Harbour Energy will damit den Untergrund auf Erdgas untersuchen. Erst die Ergebnisse einer solchen Bohrung können zeigen, ob dort ein technisch und wirtschaftlich erschließbares Vorkommen vorhanden ist. Bereits 2018 wurde das Projekt als Erkundungsbohrung nach einem neuen Erdgasfeld beschrieben. Der öffentlich zugängliche Prüfvermerk des LBEG nennt allerdings weder Zieltiefe noch konkrete geologische Zielschicht.
Das Vorhaben liegt unmittelbar in einer der wichtigsten deutschen Erdgasregionen. Harbour Energy betreibt rund um Langwedel-Holtebüttel mehrere bestehende Felder, darunter Völkersen, Weißenmoor und Rehden. Außerdem produziert das Unternehmen dort bereits seit Jahren Erdgas. Die Erdgas-Probebohrung in Langwedel soll dagegen untersuchen, ob sich ein zusätzliches Vorkommen erschließen lässt. Eine spätere Förderung wäre ein eigener Schritt und würde weitere bergrechtliche Verfahren voraussetzen.
Gemeinde verweigert Harbour Energy seit 2018 den Zugang
Der Streit dreht sich deshalb derzeit nicht um eine laufende Gasförderung, sondern um den Zugang zum Erkundungsstandort. Bereits 2018 wollte die damalige DEA beziehungsweise spätere Wintershall Dea kommunale Wege nutzen. Langwedel lehnte das ab. Auch einen weiteren Antrag im Jahr 2024 wies die Gemeinde zurück. Harbour Energy übernahm die entsprechenden deutschen Aktivitäten von Wintershall Dea und verfolgt das Projekt weiter.
Inzwischen hat Harbour Energy nach Angaben der Gemeinde Einigungen mit privaten Eigentümern entlang einer möglichen Zufahrt erzielt. Entscheidend bleiben jedoch Flächen im Besitz des Fleckens Langwedel. Eine alternative Zufahrt von Süden scheitert ebenfalls. Dort verweigern laut Bürgermeister Andreas Brandt vier Grundstückseigentümer ihre Zustimmung. Deshalb hängt die Erdgas-Probebohrung in Langwedel derzeit vor allem am Zugang zum bereits gesicherten Bohrplatz.
LBEG könnte die verweigerte Zustimmung ersetzen
Langwedels Nein muss das Vorhaben allerdings nicht endgültig stoppen. Paragraf 40 des Bundesberggesetzes erlaubt der zuständigen Behörde unter bestimmten Voraussetzungen, eine verweigerte Zustimmung zu ersetzen. Das gilt insbesondere, wenn öffentliche Interessen die Suche nach nutzbaren Lagerstätten erfordern. Vertreter des Gerichts hatten während einer Mediation laut Kreiszeitung bereits Zweifel an der rechtlichen Tragfähigkeit der kommunalen Ablehnung erkennen lassen. Eine endgültige Entscheidung darüber gibt es jedoch bislang nicht.
Die Gemeinde verweist ihrerseits auf die Erfahrungen mit der Erdgasförderung in der Region. Das LBEG registrierte 2021 bei Langwedel ein Erdbeben der Magnitude 2,9 am Rand des Erdgasfeldes Völkersen. Die Behörde sah einen sehr wahrscheinlichen Zusammenhang mit der dortigen Erdgasförderung. Damit treffen bei Nindorf Z1 zwei Interessen unmittelbar aufeinander: die weitere Erkundung heimischer Erdgaslagerstätten und die Ablehnung der Gemeinde aufgrund der Erfahrungen mit der bestehenden Förderung. Die Entscheidung über den nächsten Verfahrensschritt liegt nun beim LBEG.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Kreiszeitung (25.09.26) – Kreiszeitung (12.09.26)
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