Playmobil beendet Ende Juni 2026 seine Figurenproduktion in Deutschland. Im mittelfränkischen Dietenhofen steht die Fertigung bereits seit dem 22. Juni still. Die Horst Brandstätter Group verlagert die Herstellung wegen hoher Lohn-, Energie- und Infrastrukturkosten nach Malta und Tschechien. Rund 350 Beschäftigte verlieren deshalb ihren Arbeitsplatz. Entwicklung, Verwaltung, Vertrieb, Marketing und Logistik bleiben jedoch in Deutschland.
Letztes deutsches Werk verliert seine Funktion
Mit dem Aus in Dietenhofen verschwindet die letzte deutsche Produktionsstätte der bekannten Spielfiguren. Der Konzern hatte die Schließung im Februar angekündigt und zunächst den 30. Juni als Endtermin genannt. Nun endete der Betrieb faktisch früher, weil sich eine stabile Fertigung nicht mehr aufrechterhalten ließ.

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Ein Unternehmenssprecher beschrieb die Lage knapp: „Die Produktion ruht“. Die Figuren entstehen künftig in Cheb in Tschechien und in Hal Far auf Malta. Beide Standorte gehören weiter zum Produktionsnetz der Gruppe. Außerdem bleibt die Pflanzgefäß-Marke Lechuza in Dietenhofen, während die klassische Figurenfertigung aus Bayern verschwindet.
Playmobil verlagert Fertigung bei sinkendem Umsatz
Die Entscheidung folgt auf eine längere Schwächephase. Die Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 noch 409 Millionen Euro Umsatz. Ein Jahr zuvor waren es 449 Millionen Euro gewesen. Außerdem blieb das Ergebnis negativ, auch wenn der Konzern keine genaue Verlusthöhe nannte.
Playmobil trifft damit ein Problem, das weit über die Spielwarenbranche hinausreicht. Arbeitsintensive Produktion verliert in Deutschland an Boden, wenn Energie, Personal und Infrastruktur dauerhaft teurer werden. Der Konzern hält zwar wichtige Zentralfunktionen in Bayern. Die industrielle Wertschöpfung der Figuren wandert jedoch ins Ausland.
Sozialplan für Beschäftigte mildert den Einschnitt nur begrenzt
Für die Beschäftigten gibt es einen Sozialplan. Er umfasst Abfindungen, eine Transfergesellschaft und Qualifizierungsangebote. Außerdem organisierte das Unternehmen eine mehrtägige Jobbörse am Standort. Mehr als 20 regionale Arbeitgeber boten dort über 180 offene Stellen an.
Die Gewerkschaft IGBCE kritisierte jedoch den Ablauf der Schließung. Sie warf der Unternehmensführung vor, den Betriebsrat nicht rechtzeitig eingebunden zu haben. Der Betriebsratsvorsitzende Michael Ulbrich beschrieb die Nachricht mit den Worten: „Das war eine Katastrophe.“ Für viele Familien endet damit ein verlässlicher Industriearbeitsplatz in der Region.
Harte Konkurrenz verschärft den Umbau
Der Blick auf den Wettbewerber Lego zeigt zusätzlich, wie groß der Abstand geworden ist. Der dänische Konzern meldete für 2025 Rekordzahlen und wuchs stärker als der Gesamtmarkt. Playmobil muss dagegen gleichzeitig sparen, Standorte umbauen und neue Käufergruppen erreichen. Deshalb fällt die Werksschließung in eine besonders sensible Phase.
Die Gruppe setzt nun stärker auf Lizenzen und bekannte Markenwelten. Dazu zählen DFB, Bundesliga, Barbie, Monster High und WWE. Diese Strategie soll neue Nachfrage schaffen und die Marke breiter aufstellen. Ob sie den Verlust der deutschen Fertigung ausgleichen kann, bleibt jedoch offen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: BR24 (23.06.26) – K Zeitung (24.06.26) – Business Insider (23.06.26) – Marktspiegel (23.06.26) – Blue News (23.06.26)
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