Molkerei Müller beendet Lieferverträge mit Milchbauern in Brandenburg

Brandenburg, Ende August 2026: Die Molkerei Müller beendet Lieferbeziehungen mit Milchbauern in Nord- und Ostbrandenburg. Nach aktuellen Angaben sollen Verträge spätestens im März 2027 auslaufen, während frühere Berichte bereits den Jahreswechsel nannten. Vor allem mittelgroße Höfe mit 400 bis 800 Kühen müssen sich deshalb neue Abnehmer suchen. Die genaue Zahl der betroffenen Betriebe bleibt offen, doch allein in der Ostprignitz sind dem Landesbauernverband drei Fälle bekannt.


Molkerei Müller nennt strategische Gründe

Der Landesbauernverband Brandenburg erfuhr nach eigenen Angaben in der vergangenen Woche von den Plänen. Die betroffenen Bauern erhielten demnach zunächst mündliche Informationen. Dabei habe Müller strategische Gründe genannt, jedoch äußerte sich das Unternehmen bislang nicht öffentlich zu den konkreten Motiven.

Die Molkerei Müller beendet Verträge mit Milchbauern in Brandenburg. Betroffene Höfe fürchten um ihre Existenz
Bild: Shutterstock

Der Bauernverband sieht hauptsächlich die langen Transportwege als wirtschaftliches Problem. Die Höfe nördlich von Berlin liefern ihre Rohmilch zum Müller-Werk im sächsischen Leppersdorf. Außerdem verweist der Verband auf hohe Kosten für Kraftstoff, Energie und Betriebsmittel. Die Molkerei Müller könnte demnach Transportwege reduzieren wollen, allerdings stammt diese Einschätzung vom Verband und nicht aus einer öffentlichen Unternehmenserklärung.

Gefallene Milchpreise verschärfen die Lage der Bauern

Auch die Entwicklung am Milchmarkt erschwert die Suche nach neuen Verträgen. Im Mai 2026 lagen die deutschen Erzeugerpreise für Milch 25,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber April stiegen sie zwar um 1,7 Prozent, jedoch bleibt das Preisniveau deutlich niedriger als 2025.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter sieht zudem ein hohes Milchangebot als möglichen Hintergrund der Kündigungen. Frei gehandelte Milch könne derzeit günstiger sein als vertraglich gebundene Ware. Deshalb könnten Molkereien ihre Beschaffung neu ordnen, während bestehende Lieferanten neue Vertragspartner benötigen. Auch für die Molkerei Müller entsteht damit ein wirtschaftlicher Anreiz, ihre Lieferstruktur zu überprüfen.


Brandenburg hat bereits Tausende Milchkühe verloren

Die Kündigungen treffen Brandenburg zudem in einer Phase langfristig schrumpfender Milchproduktion. Ende 2025 gab es im Land noch 118.148 Milchkühe, während 2010 knapp 159.000 Tiere registriert waren. Gleichzeitig sank die Zahl der Haltungen mit Milchkühen von 808 auf 531.

Für die verbliebenen Höfe bedeutet diese Entwicklung weniger Auswahl bei den Abnehmern. Außerdem liegen Milchviehbetriebe und Molkereien in Ostdeutschland teilweise weit auseinander, was die regelmäßige Abholung verteuert. Der Bauernbund Brandenburg warnt deshalb vor einem regionalen Strukturproblem, weil verschwundene Verarbeitungswege nur schwer wieder aufgebaut werden können. Ob einzelne Betriebe ihre Milchproduktion aufgeben, hängt nun vor allem davon ab, ob sie rechtzeitig neue Verträge zu tragfähigen Preisen erhalten.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Elite Magazin (28.08.26)Berliner Zeitung (26.08.26)rbb24 (26.08.26)

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