Kaiserslautern – Hochwald schließt den Großteil seiner Molkerei an der Merkurstraße bereits im September 2026. Nach BILD-Informationen betrifft das 74 Arbeitsplätze, während der SWR von rund 80 Stellen spricht. Der Konzern nennt fehlende Wirtschaftlichkeit als Grund. Das Werk belieferte zuletzt vor allem China, jedoch sanken die Absätze und die Auslastung ließ sich nicht verlässlich planen. Die Belegschaft erfuhr Ende Juni von der Entscheidung, während eine kleine Milchannahmestelle vorerst weiterläuft. Für Milchbauern aus Westpfalz, Saarland und Frankreich sollen Abholung und Verträge dagegen unverändert bleiben.
Hochwald begründet das Aus mit dem China-Geschäft
In Kaiserslautern füllte Hochwald vor allem H-Milch ab. Ein chinesisches Joint Venture sorgte zunächst für gute Auslastung, jedoch reichten die Aufträge später nicht mehr aus. Unternehmenssprecherin Kathrin Lorenz erklärte gegenüber BILD, der Absatz sei inzwischen zu gering gewesen. Außerdem habe sich die Auslastung des Werks nicht mehr verlässlich planen lassen.

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Die Entwicklung fällt allerdings in eine bemerkenswerte Phase des Konzerns. Denn das China-Geschäft entwickelte sich bei der Hochwald-Gruppe 2025 insgesamt positiv. Das Unternehmen bezeichnete China Ende Juni sogar als Wachstumstreiber seines internationalen Geschäfts. Deshalb betrifft der Rückgang offenbar nicht den gesamten Absatz in China, sondern die wirtschaftliche Perspektive der Produktion in Kaiserslautern.
Rekordumsatz verhindert die Werksschließung nicht
Hochwald meldete für 2025 einen Rekordumsatz von 2,034 Milliarden Euro. Das EBITDA stieg außerdem auf 191,1 Millionen Euro. Der Export steuerte 42 Prozent zum Umsatz bei, während 58 Prozent im Inland erzielt wurden. Die Werksschließung erfolgt damit nicht vor dem Hintergrund einer ausgewiesenen wirtschaftlichen Krise des Gesamtkonzerns.
Vielmehr setzt der Milchkonzern seine 2023 gestartete Strategie „Prepared for tomorrow“ fort. Sie soll unter anderem die Effizienz erhöhen und Kosten senken. Außerdem meldet das Unternehmen für 2026 höhere Energie- und Kraftstoffkosten. Diese Belastungen nennt Hochwald jedoch nicht als konkreten Grund für das Aus in Kaiserslautern. Entscheidend bleiben nach Unternehmensangaben die geringe Rentabilität und die schwankende Nachfrage.
Milchbauern behalten ihre Verträge – Beschäftigte verlieren den Standort
Für die regionalen Milcherzeuger soll sich zunächst wenig ändern. Hochwald holt ihre Rohmilch weiterhin in der Westpfalz, im Saarland und im angrenzenden Frankreich ab. Allerdings verarbeitet der Konzern diese Mengen künftig an anderen Standorten. Der SWR nennt dafür Thalfang und Mechernich, während top agrar vor allem eine Verlagerung nach Mechernich beschreibt. Verträge und Abholung sollen bestehen bleiben.
Für die Beschäftigten sind die Folgen dagegen erheblich. Das Unternehmen bietet einigen Mitarbeitern Arbeitsplätze an anderen Standorten an, jedoch ist die Zahl möglicher Wechsel noch offen. Nach BILD-Angaben könnte diese Möglichkeit für etwa die Hälfte der Belegschaft bestehen. Außerdem verhandeln Unternehmensseite und Arbeitnehmervertreter noch über einen Sozialplan. Die Milchannahme bleibt zunächst mit fünf bis zehn Mitarbeitern bestehen. Spätestens um den Jahreswechsel soll dann auch dieser letzte Betriebsteil schließen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quelle: Foodaktuell (14.08.26) – Topagrar (14.08.26) – Bild (13.08.26) – SWR (13.08.26) – Hochwald (30.06.26)
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