Klebeband-Produzent Monta beantragt Insolvenz – 150 Jobs hängen an Investor

Immenstadt – Der Klebeband-Produzent Monta beantragte am 16. Juli 2026 beim Amtsgericht Kempten Insolvenz in Eigenverwaltung. Das Unternehmen will seine laufende Sanierung fortsetzen und die Finanzierung neu ordnen. Eine einzelne Ursache nennt Monta jedoch nicht. Die Produktion sowie die Auslandstöchter arbeiten zunächst weiter. Rund 150 Arbeitsplätze sind deshalb vorerst gesichert. Ohne einen langfristigen Investor bleibt die Zukunft nach Januar 2027 jedoch offen.


Gericht prüft Eigenverwaltung des Traditionsbetriebs

Das Amtsgericht bestellte am 17. Juli den Münchner Rechtsanwalt Marco Liebler zum Gutachter. Er prüft deshalb die Voraussetzungen für eine vorläufige Eigenverwaltung. Eine endgültige gerichtliche Entscheidung lag bei Veröffentlichung der Unternehmensmitteilung noch nicht vor.

Monta produziert weiter Klebeband, doch die Sanierung läuft nur bis Ende Januar 2027. Ein Investor soll 150 Arbeitsplätze sichern
Monta produziert weiter Klebeband, doch die Sanierung läuft nur bis Ende Januar 2027. Ein Investor soll 150 Arbeitsplätze sichern
Bild: Mayer Richard, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Bei der Eigenverwaltung führt die Geschäftsleitung den Betrieb selbst fort. Ein Sachwalter überwacht jedoch später das Verfahren und schützt die Interessen der Gläubiger. Die Restrukturierungsexperten Vincenz von Braun und Gregorio Calocero begleiten Monta außerdem als Generalbevollmächtigte. CRO Gunther Gerlach unterstützt Geschäftsführer Lars Böhrnsen bei der kaufmännischen und operativen Fortführung.

Klebeband bleibt trotz Insolvenz in Produktion

Monta produziert weiterhin Klebeband und bearbeitet bestehende Aufträge nach eigenen Angaben vollständig. Die Finanzierung reicht jedoch zunächst nur bis mindestens Ende Januar 2027. Der Hauptfinanzierer sagte außerdem weitere Unterstützung im Eigenverwaltungsverfahren zu. Die Tochtergesellschaften in Ungarn und Rumänien sind vom deutschen Verfahren nicht unmittelbar betroffen.

Parallel beginnt Monta einen strukturierten Investorenprozess. Die bisherigen Gesellschafter unterstützen die Suche, werden sich jedoch nicht an der neuen Lösung beteiligen. Ein Käufer oder neuer Kapitalgeber entscheidet deshalb maßgeblich über die langfristige Fortführung. Auch Vertreter der Gläubiger, Lieferanten und Belegschaft unterstützen den eingeschlagenen Sanierungskurs.


Sortiment und Produktion werden neu geordnet

Das Unternehmen verkleinert sein Produktportfolio und überarbeitet die Auftragsabwicklung. Außerdem will Monta die Produktion effizienter organisieren und den Vertrieb im Ausland ausbauen. Konkrete Einsparziele nennt die Geschäftsführung jedoch nicht. Angaben zu geplanten Stellenstreichungen veröffentlichte Monta ebenfalls nicht.

Für Immenstadt besitzt das Verfahren erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Monta beschäftigt dort rund 150 Menschen und produziert Klebeband auf Naturkautschukbasis. Das Unternehmen exportiert seine Produkte außerdem in mehr als 50 Länder. Die Firmengeschichte reicht bis zur Gründung einer Bindfadenfabrik im Jahr 1855 zurück. Bereits 2022 finanzierte ELF Capital einen Eigentümerwechsel und stellte zusätzliches Betriebskapital bereit. Dennoch benötigt Monta nun erneut eine dauerhafte Finanzierungslösung.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Allgäuer Anzeigeblatt (20.07.26)Monta (Stand 21.07.26)

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