Interlübke insolvent: Iran-Krieg trifft deutschen Möbelhersteller mit voller Wucht

Der Möbelhersteller Interlübke aus Rheda-Wiedenbrück hat Ende April 2026 Insolvenz angemeldet, nachdem der Iran-Krieg die Kosten stark erhöht hatte. Das Amtsgericht Bielefeld setzte Rechtsanwalt Dr. Yorck Tilman Streitbörger als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Besonders riskant wurde die Lage, weil das Werk noch mit Öl heizt und zugleich Spediteure, Holzlieferanten und Lacklieferanten ihre Preise erhöhten (t-online: 28.04.26).


Interlübke leidet unter Ölpreis-Schock

Der Krieg im Iran verteuert Öl, deshalb trifft die Krise energieintensive Betriebe besonders hart. Mitgesellschafter Ralf Oehmke nannte den Konflikt als aktuellen Auslöser der Insolvenz. Zudem steigen weitere Betriebskosten im Wochentakt.

Interlübke ist insolvent: Iran-Krieg, Ölpreise und Lieferkosten verschärfen die Krise des Möbelherstellers
Interlübke ist insolvent: Iran-Krieg, Ölpreise und Lieferkosten verschärfen die Krise des Möbelherstellers

Die Kunden reagieren ebenfalls vorsichtiger, weil hohe Spritpreise Budgets belasten. Möbelkäufe lassen sich leichter verschieben als notwendige Ausgaben. Deshalb verlor der Hersteller zusätzlich Nachfrage.

Alte Probleme verschärfen die Krise

Die Insolvenz hat jedoch nicht nur einen kurzfristigen Grund. Das Unternehmen kämpfte schon länger mit wachsender Konkurrenz. Außerdem belastete hoher Preisdruck das Geschäft.

Interlübke zählt zu den traditionsreichen deutschen Möbelmarken. Die Brüder Leo und Hans Lübke gründeten die Firma in den 1930er-Jahren in Wiedenbrück. Während des Zweiten Weltkriegs stellte der Betrieb zeitweise militärische Möbel her.


Eigentümerwechsel konnten Risiken nicht stoppen

Bereits 2012 meldete der Hersteller Insolvenz an. Danach zog sich die Gründerfamilie zurück. Zugleich folgten mehrere Eigentümerwechsel.

Schramm übernahm den Betrieb 2018, während Ralf und Frank Oehmke im August 2022 einstiegen. Nun muss der Insolvenzverwalter prüfen, welche Teile weitergeführt werden können. Für Beschäftigte, Kunden und Händler beginnt deshalb eine unsichere Phase.

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