Hamburg, September 2026: Enerparc hat beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen gehört mit mehr als 500 Solarparks zu Europas großen unabhängigen Betreibern. Insgesamt umfasst das Portfolio rund 5,5 Gigawatt. Gestiegene Baukosten, sinkende Vermarktungspreise für Solarstrom und regulatorische Unsicherheiten belasten das Geschäft. Besonders schwer wiegt jedoch der Stillstand bereits fertiggestellter Projekte. Solarparks mit zusammen 1,7 Gigawatt sind betroffen, obwohl einzelne Anlagen schon einen Netzanschluss besitzen. Die übrigen 3,8 Gigawatt in Betrieb produzieren dagegen weiter Strom. Unmittelbar betroffen sind rund 380 Beschäftigte der AG, während die gesamte Gruppe deutlich mehr Mitarbeiter umfasst.

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Enerparc: Insolvenz trifft ein Schwergewicht der Solarbranche
Das Ausmaß überrascht auch wegen der Größe des Unternehmens. Enerparc deckt von der Projektentwicklung bis zum Stromhandel große Teile der solaren Wertschöpfungskette ab. Außerdem baut die Gruppe Batteriespeicher und Umspannwerke. Die produzierenden Solarparks liegen überwiegend in eigenständigen Projektgesellschaften. Deshalb laufen diese Anlagen trotz des Insolvenzverfahrens der AG zunächst weiter.
Noch im März hatte das Unternehmen ein Finanzierungspaket von bis zu einer Milliarde Euro angekündigt. Davon entfielen 500 Millionen Euro auf eine Junior-Finanzierung. Hinzu kam ein Projektfinanzierungsrahmen von zunächst 425 Millionen Euro. Dieser konnte auf bis zu 500 Millionen Euro erweitert werden. Allerdings diente das Kapital vor allem neuen Solarparks und Batteriespeichern. Die Milliarde war deshalb keine frei verfügbare Liquiditätsreserve für den laufenden Konzernbetrieb.
1,7 Gigawatt fertige Solarparks derzeit ohne Nutzung
Besonders weitreichend sind die Folgen bei bereits fertiggestellten Projekten. Europaweit ruhen Anlagen mit insgesamt 1,7 Gigawatt Leistung. Einige verfügen laut Unternehmensangaben bereits über einen Netzanschluss. Dennoch geht es dort derzeit nicht weiter. Dagegen arbeiten die 3,8 Gigawatt bereits produzierender Anlagen unverändert. Die Insolvenz beeinträchtigt damit bisher nicht die laufende Stromerzeugung des gesamten Portfolios.
Allerdings entscheidet die Finanzierung nun darüber, wie schnell unfertige und noch nicht aktive Projekte weitergeführt werden können. Gerade große Freiflächenanlagen benötigen hohe Vorleistungen für Technik, Bau und Netzanschluss. Gleichzeitig haben fallende Erlöse für Solarstrom die Kalkulation vieler Projekte verschlechtert. Außerdem erhöhen regulatorische Veränderungen die Unsicherheit bei langfristigen Investitionen. Diese Kombination trifft besonders Unternehmen mit starkem Wachstum und hohem Kapitalbedarf.
Insolvenz erreicht auch Schwestergesellschaft Pvwerk
Inzwischen bleibt die Krise nicht mehr auf Enerparc beschränkt. Die Schwestergesellschaft Pvwerk beantragte ebenfalls ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Das Unternehmen errichtet Solarparks und Batteriespeicher und beschäftigt rund 60 Mitarbeiter. Etwa 100 von der Enerparc AG beauftragte Solar- und Speicherprojekte befinden sich derzeit im Bau. Deshalb prüfen die Verantwortlichen nun jedes Projekt auf seine wirtschaftliche Fertigstellung.
Der Betrieb von Pvwerk läuft während des Verfahrens zunächst weiter. Außerdem sind die Gehälter der Mitarbeiter vorerst über das Insolvenzgeld abgesichert. Ziel ist die Fertigstellung möglichst vieler wirtschaftlich tragfähiger Projekte. Dafür müssen jedoch Finanzierung und verbleibende Baukosten für jedes Vorhaben geklärt werden. Damit entscheidet sich in den kommenden Verfahrensschritten, wie viel der umfangreichen Projektpipeline tatsächlich ans Netz kommt.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Tagesspiegel Background (10.09.26) – Photon (10.09.26) –Top Agrar (10.09.26)
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