Berlin, September 2026 – Der Dieselpreis in Deutschland liegt trotz zwischenzeitlicher Entlastung weiter auf hohem Niveau. Eine Studie von Frontier Economics im Auftrag des Branchenverbands en2x kommt jedoch nach Bereinigung staatlicher Kosten zu einem anderen Ergebnis. Werden Steuern, CO2-Preis und geschätzte Kosten der Klimaregulierung herausgerechnet, wäre deutscher Diesel in der untersuchten Ländergruppe am günstigsten. Auslöser der Debatte sind die hohen Kraftstoffpreise seit Beginn des Iran-Kriegs und Forderungen nach weiteren Markteingriffen. Der ADAC meldete am 9. September bundesweit durchschnittlich 2,321 Euro je Liter Diesel. Deshalb treffen die hohen Preise vor allem Pendler, Gewerbe und Logistik, während die Studie den erheblichen Anteil staatlicher Belastungen am Endpreis hervorhebt.

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Hoher Endpreis trotz günstigerer Basis
Der europäische Vergleich zeigt zunächst ein teures Bild. Destatis weist für Deutschland am 31. August 2,23 Euro je Liter Diesel aus. In Österreich waren es 1,99 Euro, in Tschechien 1,90 Euro und in Polen 1,67 Euro. Dänemark und die Niederlande lagen jedoch noch über Deutschland. Damit gehörte Deutschland bei den Endpreisen zu den teuersten Staaten der Region.
Die Frontier-Auswertung betrachtet dagegen den längeren Zeitraum von Mai bis August 2026. In Deutschland lag der durchschnittliche Dieselpreis damals bei 2,01 Euro. Nach Abzug von Steuern und CO₂-Preis blieben laut Studie 1,13 Euro je Liter. Deutschland rückte dadurch auf Platz vier der untersuchten Länder vor. Der Dieselpreis war damit schon vor der zusätzlichen Bereinigung nicht außergewöhnlich hoch.
Dieselpreis sinkt in der Modellrechnung auf 95 Cent
Zusätzlich berücksichtigt die Studie Kosten aus der nationalen Umsetzung europäischer Klimavorgaben. Deutschland verfolgt dabei besonders hohe Minderungsziele für Treibhausgasemissionen im Kraftstoffbereich. Außerdem entstehen Anbietern Kosten, wenn sie entsprechende Vorgaben nicht erfüllen. Frontier schätzt diesen Preiseffekt bei Diesel auf 18 Cent je Liter. In den meisten anderen untersuchten Ländern liegt die Belastung dagegen nur zwischen drei und neun Cent.
Nach Abzug auch dieser geschätzten Regulierungskosten verbleiben rechnerisch 95 Cent je Liter. Das ist der niedrigste sogenannte Residualpreis der untersuchten Länder. Dieser Wert ist jedoch kein tatsächlich verfügbarer Tankstellenpreis. Er zeigt lediglich, welcher Betrag nach Herausrechnung definierter staatlicher und regulatorischer Komponenten übrig bleibt. Außerdem erklärt die Untersuchung nicht vollständig, warum die verbleibenden Produktpreise zuletzt in allen Ländern deutlich gestiegen sind.
Steuern und Regulierung bleiben großer Kostenblock beim Diesel
Die Bundesregierung hatte die Energiesteuer im Mai und Juni vorübergehend gesenkt. Seit dem 1. Juli gilt diese Entlastung von rund 17 Cent brutto je Liter nicht mehr. Gleichzeitig wirkt der nationale CO₂-Preis weiter auf fossile Kraftstoffe. Der Dieselpreis enthält deshalb mehrere staatlich beeinflusste Kostenblöcke, bevor der Kraftstoff den Kunden erreicht. Hinzu kommt außerdem die Mehrwertsteuer auf den gesamten Verkaufspreis.
Die Branchenstudie beantwortet jedoch nicht die gesamte Preisfrage. Der ADAC hält das aktuelle Niveau trotz höherer Rohölpreise nur teilweise für nachvollziehbar und fordert mehr Transparenz bei Raffinerien und Großhandel. Gleichzeitig meldete Destatis für August einen Anstieg der Kraftstoffpreise um 27,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Höhere Energiepreise trieben die Inflation dadurch auf 2,9 Prozent. Für Autofahrer bleibt damit ein gemischtes Bild: Staatliche Belastungen verteuern den Liter erheblich, doch auch Produktpreise und Margen müssen nachvollziehbar bleiben.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: ntv (11.09.26) – European Commission (10.09.26) – ADAC (09.09.26)
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