China, August 2026: Eine neue Science-Studie verbindet den beschleunigten Ausbau von Solarparks mit einem messbaren Rückgang der Vogelvielfalt. Die Forscher werteten Daten aus 2.344 Landkreisen zwischen 2014 und 2023 aus. Bei einer um eine Standardabweichung höheren Intensität der PV-Förderpolitik sank der Shannon-Index der Vogelvielfalt um 2,1 Prozent. Besonders deutlich fiel der Effekt jedoch in wohlhabenderen und nicht wüstengeprägten Regionen sowie bei weitverbreiteten Arten aus. Als Hauptursache identifiziert die Studie die Umwandlung von Acker- und Grasland, wodurch vielfältige Lebensräume verloren gingen.
Solarparks verändern Lebensräume durch Flächenumwandlung
Der Shannon-Index erfasst nicht nur die Zahl der Arten, sondern außerdem deren Häufigkeitsverteilung. Ein Rückgang um 2,1 Prozent bedeutet deshalb nicht, dass 2,1 Prozent aller Vögel verschwunden sind. Die Studie misst vielmehr eine Verschlechterung der lokalen Vielfalt innerhalb der untersuchten Landkreise. Damit beschreibt sie einen statistisch nachweisbaren Effekt der Förderpolitik auf die Zusammensetzung der Vogelwelt.

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Auffällig ist jedoch ein weiterer Befund zur Vegetation. Nach dem Ausbau nahm der Blattflächenindex teilweise zu, während die Vielfalt der Pflanzen zurückging. Die Autoren sprechen deshalb von „inferior greening“, also einer ökologisch minderwertigen Begrünung. Solarparks können eine Fläche demnach grüner erscheinen lassen, obwohl ihre Vegetationsstruktur zugleich einförmiger wird.
Weitere Studien zeichnen kein einheitliches Bild
Eine französische Studie aus März 2026 liefert außerdem Hinweise auf Veränderungen direkt unter Photovoltaikmodulen. Forscher untersuchten 20 Anlagen in zwei Regionen Südfrankreichs und verglichen Boden, Vegetation und Kleintiere. Unter den Modulen lag die Bodenatmung 62 Prozent niedriger als auf unbeschatteten Vergleichsflächen. Die Zahl kleiner Bodentiere sank dort um 38 Prozent, wobei auch die Pflegeform die Ergebnisse beeinflusste.
Ein Forschungsüberblick im Fachjournal Applied Energy zeichnet jedoch kein einheitlich negatives Bild. Die Autoren werteten 54 Arbeiten zu Photovoltaik und Biodiversität aus. Anlagen auf natürlichen Flächen zeigten häufiger Nachteile, während degradierte oder artenarme Flächen auch ökologische Verbesserungen ermöglichen können. Bei biodiversitätsorientierter Planung und Pflege meldeten 69 Prozent der einschlägigen Studien positive Effekte am Standort. Eine weitere China-Studie fand zugleich, dass rund zehn Prozent untersuchter PV-Flächen wichtige Biodiversitätsgebiete überlappten.
Deutschland plant deutlich mehr Freiflächen-PV
Deutschland hatte Ende 2025 rund 40 Gigawatt Freiflächen-PV auf etwa 52.000 Hektar installiert. Davon lagen jedoch rund 29.000 Hektar oder 55 Prozent auf Ackerflächen. Das Umweltbundesamt rechnet bei weiterem Ausbau bis 2030 mit insgesamt 96.000 bis 109.000 Hektar. Bis 2040 könnten Solarparks demnach 150.000 bis 195.000 Hektar beanspruchen. Damit wächst die Bedeutung der Standortwahl deutlich.
Das Bundesamt für Naturschutz warnt außerdem vor Verlusten bei Offenlandarten wie Kiebitz und Wachtel. Unter und nördlich der Module entstehen wegen der Verschattung häufig artenärmere Pflanzengemeinschaften. Davon können wiederum Insekten abhängen, die besonnte Flächen und ein vielfältiges Blütenangebot benötigen. Zugleich betont das BfN, dass ökologisch gestaltete Anlagen artenarme Agrarflächen aufwerten können. Entscheidend sind deshalb Vornutzung, Standort, Modulabstände, Pflege und ausreichend freie Flächen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Science (20.08..26) – University of Maryland (20.08.26) – Applied Energy (15.08.26)
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