Forvia warnt vor Ausfällen bei Autozulieferern – bis zu 10.000 Stellen im eigenen Umbau betroffen

Lippstadt/Nanterre – Anfang Oktober 2026 warnt Forvia-Chef Martin Fischer vor einer weiteren Konsolidierung der weltweiten Autozuliefererbranche. Schwache Nachfrage in Europa, Kostendruck und wachsende Konkurrenz aus China verschärfen die Lage. Fällt ein kleiner Spezialzulieferer aus, können deshalb ganze Produktionslinien bei Herstellern stillstehen. Zugleich setzt Forvia seinen eigenen Umbau fort, der bis 2028 europaweit bis zu 10.000 Stellen betreffen kann.

Forvia warnt vor Ausfällen in der Zulieferkette. Das Sparprogramm betrifft bis zu 10.000 Stellen, Europas Zulieferer bauen weiter Jobs ab
Forvia warnt vor Ausfällen in der Zulieferkette. Das Sparprogramm betrifft bis zu 10.000 Stellen, Europas Zulieferer bauen weiter Jobs ab
Bild: Shutterstock

Forvia treibt den Stellenabbau schneller voran

Das Programm EU-FORWARD läuft bereits seit 2024 und ist damit keine neue Abbauankündigung. Forvia will seine europäischen Werke sowie Forschung und Entwicklung an niedrigere Stückzahlen und die Elektrifizierung anpassen. Bis Ende Juni 2026 stieg die Zahl vereinbarter Abgänge auf rund 7.300. Ursprünglich plante der Konzern bis 2028 Auswirkungen auf bis zu 10.000 Stellen.

Der Umbau verbessert zugleich wichtige Kennzahlen. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz zwar um 4,3 Prozent auf 10,51 Milliarden Euro. Dennoch stieg die operative Marge von 5,7 auf 6,0 Prozent. Außerdem will der Konzern die Innenraumsparte an Apollo verkaufen und seine Nettoschulden dadurch um mindestens eine Milliarde Euro senken.


Europas Autozulieferer verlieren weiter Beschäftigung

Europas Autozulieferer kündigten im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 18.900 Stellenstreichungen an. Gleichzeitig entstanden nur 5.440 neue Stellen. Zudem stiegen chinesische Komponentenimporte um 23 Prozent auf fünf Milliarden Euro. Laut Branchenverband CLEPA erwartete im Frühjahr fast jedes vierte Zulieferunternehmen Verluste für 2026.

Fischer sieht deshalb gerade bei kleinen Spezialisten erhebliche Gefahren für stabile Lieferketten. Zugleich begrüßt er Volkswagens Pläne, Modell- und Ausstattungsvarianten deutlich zu reduzieren. Größere Stückzahlen gleicher Bauteile könnten die Kosten bei Zulieferern senken. Wachstum sieht Forvia dagegen vor allem bei Elektronik und Sitzsystemen.


China verschiebt Wertschöpfung aus Europa

In China erzielte der Konzern zuletzt rund fünf Milliarden Euro Umsatz. Dort stammen laut Fischer etwa 80 Prozent des Neugeschäfts von chinesischen Herstellern. Deshalb fordert er stärkere Regeln für lokale Wertschöpfung in Europa. Andernfalls könnten weitere Produktionsanteile und damit auch Arbeitsplätze nach Asien wandern.

Die bis zu 10.000 Stellen bei Forvia sind jedoch kein neuer Abbauplan vom Oktober 2026. Neu ist Fischers offene Warnung vor weiteren Ausfällen und einer Bereinigung der Zuliefererlandschaft. Während Forvia seine Profitabilität verbessert, verliert Europas Zulieferindustrie weiter Beschäftigung und Marktanteile. Deshalb reicht das Problem inzwischen weit über den Umbau eines einzelnen Konzerns hinaus.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Merkur (03.10.26) – WirtschaftsWoche (01.10.26) – Clepa (16.09.26)

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