Wieder Sabotageakt auf Berliner Stromnetz – zwei 110-kV-Kabel beschädigt, 19 Betriebe betroffen

Berlin-Marzahn – Ein erneuter Sabotageakt hat am frühen Montagmorgen Teile des Berliner Stromnetzes getroffen. Unbekannte legten gegen 4 Uhr Feuer unter einer Kabelbrücke an der Boxberger Straße. Dabei wurden zwei 110-kV-Hochspannungskabel und mehrere 10-kV-Leitungen beschädigt. Deshalb mussten 19 Gewerbebetriebe zeitweise vom regulären Stromnetz getrennt werden. Stromnetz Berlin versorgte sie anschließend über ein Großaggregat, während Haushalte nicht betroffen waren. Inzwischen reklamiert die Gruppe „Kinder des Zorns“ die Tat für sich. Der Staatsschutz ermittelt, jedoch hat die Polizei die Echtheit des Bekennerschreibens bislang nicht öffentlich bestätigt.

Erneuter Sabotageakt auf das Berliner Stromnetz: Zwei 110-kV-Kabel beschädigt, 19 Betriebe am Notstrom. Der Staatsschutz ermittelt
Symbolbild: KI-generiert

Sabotageakt trifft Hoch- und Mittelspannungsnetz

Die Täter platzierten nach Polizeiangaben Gegenstände unter den Stromleitungen und setzten sie anschließend in Brand. Dadurch beschädigte die Hitze zwei Leitungen der 110.000-Volt-Ebene sowie mehrere Mittelspannungskabel. Ein größerer Stromausfall blieb jedoch aus, weil das Netz den Ausfall teilweise auffangen konnte.

Für 19 Gewerbebetriebe hatte der Angriff dennoch unmittelbare Folgen. Stromnetz Berlin trennte sie zunächst vom regulären Netz und stellte später eine Notversorgung bereit. Außerdem begann der Netzbetreiber mit Reparaturen und sicherte den betroffenen Bereich zusätzlich ab.


Bekennerschreiben nennt drei Unternehmen als Ziele

Nach dem Sabotageakt erschien auf der Plattform Indymedia ein Bekennerschreiben der bislang unbekannten Gruppe „Kinder des Zorns“. Darin nennt die Gruppe Swissbit Germany, Finetech und Emerson/Flexim ausdrücklich als Ziele. Sie begründet den Angriff mit Produkten und Tätigkeiten, die nach ihrer Darstellung auch militärisch genutzt werden können.

Die Verfasser erklären zudem, wirtschaftliche Abläufe der Unternehmen gezielt gestört zu haben. Allerdings steht bislang nicht fest, ob das Schreiben tatsächlich von den Tätern stammt. Deshalb untersucht der Staatsschutz neben dem Tatablauf auch mögliche Motive und Hintergründe.


Berlin erneut mit Angriff auf Strominfrastruktur konfrontiert

Der neue Sabotageakt folgt nur neun Monate nach einem deutlich schwereren Angriff auf das Berliner Stromnetz. Am 3. Januar beschädigte ein Brandanschlag in Lichterfelde mehrere Hochspannungsleitungen. Dadurch verloren zunächst rund 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden ihre Stromversorgung.

Berlin hatte nach früheren Angriffen zusätzliche Schutzmaßnahmen für besonders wichtige Teile seiner Energieinfrastruktur angekündigt. Dennoch gelang es Tätern nun erneut, gebündelte Hoch- und Mittelspannungsleitungen durch Feuer erheblich zu beschädigen. Öffentlich ist bisher nicht bekannt, ob die Kabelbrücke in Marzahn zu den besonders gesicherten Anlagen gehörte.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Taz (07.10.26) – Berliner Morgenpost (06.10.26) – rbb24 (05.10.26) – Polizei Berlin (05.10.26)

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