Baumarktkette Hellweg vor der Zerschlagung: Bauhaus, Obi und Hornbach bieten für Filialen

Dortmund/Garching, August 2026. Nach der Insolvenz von Hellweg und BayWa Bau & Garten steht die Zerschlagung des Baumarktnetzes fest. Für lediglich 35 der insgesamt 114 Filialen zeichnen sich derzeit konkrete Fortführungslösungen ab, während für 79 Märkte noch keine gesicherte Zukunft besteht. Obi hat den Zuschlag für fünf Standorte erhalten und will dort rund 250 Beschäftigte übernehmen. Für sieben weitere Märkte verhandelt der Konzern noch. Für Filialen ohne Käufer haben die Unternehmen vorsorglich Kündigungen ausgesprochen. Finden sich keine weiteren Investoren, schließen diese Standorte spätestens Ende November 2026. Rund 340 Beschäftigte verlieren außerdem ihre Stellen in den Zentralen Dortmund und Garching.


Hellweg nennt erstmals 35 Märkte mit Fortführungslösung

Am 28. August veröffentlichte die Sanierungsgeschäftsführung erstmals eine konkrete Standortliste. Demnach bestehen für 18 Hellweg-Märkte und 17 BayWa-Bau-&-Garten-Filialen Übernahmeperspektiven. Allerdings hängen einzelne Verkäufe noch von kartellrechtlichen Freigaben oder Vereinbarungen mit den Vermietern ab. Die jeweiligen Investoren sollen die Standorte mitsamt den dortigen Mitarbeitern übernehmen.

Die Baumarktkette Hellweg wird zerschlagen: Bauhaus, Obi und Hornbach bieten für Märkte - für zahlreiche Standorte gibt es keine Lösung
Die Baumarktkette Hellweg wird zerschlagen: Bauhaus, Obi und Hornbach bieten für Märkte – für zahlreiche Standorte gibt es keine Lösung
Bild: Shutterstock

Zu den voraussichtlich fortgeführten Hellweg-Märkten gehören unter anderem Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße, Dortmund-Hacheney und Dortmund-Kley. Außerdem stehen Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, Münster-Gievenbeck, Potsdam und Schmalkalden auf der Liste. Bei BayWa Bau & Garten gibt es Lösungen für Backnang, Bad Tölz, Grafenau, Murnau und weitere Märkte. In Bayern können derzeit elf Standorte wahrscheinlich weiterlaufen.

Obi übernimmt fünf Märkte und rund 250 Beschäftigte

Obi hat inzwischen selbst bestätigt, fünf Standorte übernehmen zu wollen. Es handelt sich um Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße und Münster-Gievenbeck sowie Nördlingen und Wolfratshausen. Der Konzern will außerdem alle dort beschäftigten rund 250 Mitarbeiter übernehmen. Allerdings benötigt die Transaktion noch die Zustimmung des Bundeskartellamts. Obi plant den Eigentümerwechsel zum 1. Dezember und die Wiedereröffnung nach Umbauten im März 2027.

Damit könnte Obi noch erheblich stärker von der Zerschlagung profitieren. Für sieben weitere Filialen hat die Baumarktkette den Status als bevorzugter Investor erhalten. Insgesamt strebt das Unternehmen deshalb die Integration von bis zu zwölf ehemaligen Hellweg- und BayWa-Märkten an. Andere zuvor genannte Interessenten wie Bauhaus und Hornbach haben dagegen bislang keine vergleichbar detaillierte Standortliste öffentlich bestätigt.

Für 79 Märkte gibt es noch keine gesicherte Zukunft

Die Situation ist für den größeren Teil des Filialnetzes deutlich schlechter. Für 29 BayWa-Bau-&-Garten-Märkte und 50 Hellweg-Filialen gibt es bislang keine Fortführungslösung. Dazu zählen Dortmund-Wambel, Wolfenbüttel, Lüdenscheid, Bochum, Bonn-Beuel, Berlin-Biesdorf und Berlin-Köpenick. Außerdem stehen vier von fünf Hellweg-Märkten in Thüringen vor dem Aus. Betroffen sind dort Arnstadt, Leimbach, Nordhausen und Greiz, während Schmalkalden einen Investor gefunden hat.

Besonders konkret sind die Folgen bereits in Waldkirchen. Dort fand sich kein Investor, weshalb die 13 Beschäftigten ihre Kündigung erhalten haben. Der Markt soll spätestens Ende November schließen. Im nahe gelegenen Grafenau übernimmt dagegen der Bayerwald-Profimarkt den gesamten Standort samt Belegschaft und führt ihn als „Bayerwald Bau und Garten“ weiter. Deshalb zeigt sich inzwischen deutlich, wie unterschiedlich die Folgen der Zerschlagung regional ausfallen.


Kündigungen laufen – weitere Verkäufe bleiben möglich

Die vorsorglichen Kündigungen bedeuten noch nicht automatisch das endgültige Aus jeder betroffenen Filiale. Die Sanierer verhandeln weiterhin mit potenziellen Erwerbern und können deshalb zusätzliche Standorte retten. Allerdings schließen alle Märkte ohne Übernahmelösung bis Ende November. Bis dahin läuft dort der Abverkauf, während die Unternehmen Löhne und Gehälter weiterzahlen.

Für die rund 4.200 Beschäftigten von Hellweg und BayWa Bau & Garten bleibt damit eine erhebliche Unsicherheit. Käufer übernehmen die Mitarbeiter der bisher geretteten Märkte, doch für zahlreiche andere Belegschaften existiert noch keine Anschlusslösung. Gleichzeitig verschwinden mit der Aufteilung die bisherigen Unternehmensstrukturen. Entscheidend sind deshalb nun die laufenden Verhandlungen über die verbliebenen 79 Standorte.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: INDat (28.08.26)Obi (28.08.26)Passauer neue Presse (26.08.26)Chip (26.08.26)WDR (21.08.26)INDat (14.08.26)

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