München: Bäume am Viktualienmarkt verdorrt trotz bezahlter Pflege

München – Am Viktualienmarkt sind mehrere erst 2023 aufgestellte Bäume verdorrt, obwohl die Betreiber Pflege und Bewässerung an Fachfirmen vergeben hatten. Eine Firma sollte die Dachplatanen regelmäßig pflegen, eine weitere war ausdrücklich für die Bewässerung zuständig. Zusätzlich goss eine Blumenhändlerin bei Bedarf und großer Hitze. Dennoch zeigen mehrere Bäume und das Begleitgrün schwere Trockenschäden. Die Märkte München können die Ursache bislang nicht erklären. Damit rückt hauptsächlich eine Frage in den Mittelpunkt: Welche bezahlten Leistungen wurden tatsächlich erbracht und kontrolliert?


Viktualienmarkt: Pflege und Bewässerung waren ausdrücklich vergeben

Die Betreuung der Bäume war keineswegs dem Zufall überlassen. Nach Angaben der Märkte München bestand für die Dachplatanen ein regelmäßiger Pflegeauftrag. Außerdem hatte eine weitere Firma den Auftrag zur Bewässerung erhalten. Trotzdem musste eine Blumenhändlerin bei starker Hitze zusätzlich selbst zur Gießkanne greifen.

Am Viktualienmarkt verdorren neue Bäume trotz bezahlter Pflege und Bewässerung. Wer die Leistungen kontrollierte, bleibt bislang offen
Am Viktualienmarkt verdorren neue Bäume trotz bezahlter Pflege und Bewässerung. Wer die Leistungen kontrollierte, bleibt bislang offen
Bild: Shutterstock

Gerade dieser Umstand macht den Vorgang bemerkenswert. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl schreibt zumindest einem Baum das zusätzliche Gießen durch die Händlerin zu. „Mein Dank gilt der einen Händlerin, die tatsächlich selbst gegossen und damit zumindest einen Baum am Leben gehalten hat.“ Ob die vertraglich vereinbarte Bewässerung ausreichend erfolgte, ist bisher jedoch nicht geklärt.

Trotz Dienstleistern bleibt die Ursache des Austrocknens offen

Die Märkte München erklären bislang lediglich, dass sich der Grund nicht konkret feststellen lasse. Der Pflegeturnus sei inzwischen erhöht worden. Außerdem soll die beauftragte Firma die Platanen kurzfristig erneut untersuchen. Damit reagiert der Betreiber jedoch erst, nachdem die Schäden bereits deutlich sichtbar sind.

Aus den bisherigen Angaben geht nicht hervor, wie häufig die Firmen zuvor tatsächlich bewässerten. Ebenso bleibt offen, wie die Märkte München die vereinbarten Leistungen kontrollierten. Entscheidend ist deshalb nicht allein die ungewöhnlich trockene und heiße Witterung. Für Pflege und Wasserversorgung bestanden schließlich gerade deshalb professionelle Aufträge.


700.000-Euro-Aufwertung sollte auch Schatten schaffen

Die beschädigten Platanen gehören zu einem größeren Projekt am Viktualienmarkt. München ließ den traditionsreichen Markt 2023 für insgesamt rund 700.000 Euro aufwerten. Die Summe umfasste allerdings weit mehr als die Bäume. Dazu kamen Pflanztröge, Sitzmöbel, Fahrradständer, Schaukästen und neue Beleuchtung. Die Stadt finanzierte die Maßnahmen teilweise mit EU-Mitteln aus REACT-EU.

Die sechs Dachplatanen hatten dabei eine konkrete Aufgabe. Sie sollten nicht nur dekorieren, sondern an heißen Tagen Schatten liefern. Umso schwerer wiegt ihr Zustand nach nur rund drei Jahren. Pretzl hält die meisten Exemplare bereits für nicht mehr zu retten. Sollten Ersatzpflanzungen nötig werden, könnten weitere Kosten entstehen. Die Märkte München können den zusätzlichen Aufwand derzeit bis jetzt nicht beziffern.

Der Fall betrifft deshalb nicht nur vertrocknete Pflanzen. Die Stadt hatte Geld für Begrünung ausgegeben und zusätzlich professionelle Pflege organisiert. Trotzdem sind mehrere Bäume schwer geschädigt, während die Ursache weiterhin ungeklärt bleibt. Bevor Ersatz beschafft wird, sollte nachvollziehbar sein, ob die bezahlte Pflege vertragsgemäß erfolgte. Gerade bei weiteren millionenschweren Begrünungsprogrammen ist diese Kontrolle entscheidend.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Merkur (26.08.26)OVB Heimatzeitungen (26.08.26)Hallo München (25.08.26)München Rathaus Umschau (03.08.26)

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