Asbest in Windturbinen: Verbotene Komponenten aus China in 1.000 UK-Anlagen entdeckt

In Großbritannien haben Prüfer im Juni 2026 Asbest in Windturbinen nachgewiesen, weil Bremskomponenten in Service-Liften und Hubwerken offenbar Chrysotil aus chinesischer Produktion enthalten. Betroffen sind nach bisherigen Angaben mindestens 1.000 Anlagen. Der Stoff ist im Vereinigten Königreich seit 1999 verboten. Nicht die Rotorblätter stehen im Mittelpunkt, sondern Bauteile, die Techniker bei Wartungsarbeiten im Turm nutzen. Deshalb prüfen Betreiber die Anlagen, während Gewerkschaften Auskunft über Verantwortung, Kosten und Arbeitsschutz verlangen.


Verbotener Stoff steckt in Bremsen von Service-Liften

Die betroffenen Komponenten sitzen in Bremsen von Service-Liften und Hubsystemen. Diese Systeme bringen Wartungspersonal im Inneren der Türme nach oben. Der Fund betrifft deshalb vor allem Inspektion, Reparatur und Austausch. Für die Stromproduktion bedeutet der Nachweis nicht automatisch einen unmittelbaren Ausfall.

Asbest in Windturbinen: UK-Betreiber prüfen Bremskomponenten aus China, während Gewerkschaften Aufklärung verlangen
Asbest in Windturbinen: UK-Betreiber prüfen Bremskomponenten aus China, während Gewerkschaften Aufklärung verlangen
Bild: Shuterstock

Chrysotil gehört zu den Formen von weißem Asbest. Der Stoff kam früher häufig in Bremsbelägen zum Einsatz. In Großbritannien darf er jedoch seit Jahrzehnten nicht mehr eingeführt oder verwendet werden. Genau deshalb ist der Befund mehr als ein normaler Materialfehler.

Asbest in Windturbinen zeigt Lücken in der Lieferkette

Mehrere Hersteller haben nach dem Fund Untersuchungen gestartet. Avanti verwies in einer Sicherheitswarnung auf den Bremsentyp M508. Das Unternehmen ordnete die Bauteile einem chinesischen Zulieferer zu. Außerdem lagen die gemessenen Luftwerte nach Angaben des Herstellers unterhalb von 0,01 Fasern pro Kubikzentimeter.

Auch Hailo bestätigte eng gebundene Chrysotilfasern in bestimmten Zentrifugalbremsen. Die Bremse bleibt im normalen Betrieb geschlossen. Dadurch entsteht nach bisheriger Bewertung nur eine geringe akute Belastung. Wartung und Austausch bestimmter Bremsbeläge sollen jedoch vorerst unterbleiben, weil beim Öffnen des Systems Fasern freigesetzt werden könnten.

Behörden sehen bisher geringe akute Belastung

Die britische Arbeitsschutzbehörde HSE bewertet die bisher bekannte Exposition als sehr niedrig. Dennoch arbeitet sie mit der Branche an der sicheren Entfernung betroffener Bauteile. Entscheidend ist, dass Fachfirmen die Bremsen kontrolliert ausbauen. Außerdem müssen Betreiber verhindern, dass Wartungspersonal ohne Schutz an betroffenen Teilen arbeitet.

Die Windbranche verweist auf Messungen ohne relevante Luftbelastung. Das ändert jedoch nichts am Kernproblem. Asbest in Windturbinen zeigt, dass Lieferantennachweise allein nicht ausreichen. Betreiber müssen auch einzelne Baugruppen prüfen, wenn sie aus globalen Zulieferketten stammen.

Gewerkschaft fordert Aufklärung über Verantwortung

Die Gewerkschaft GMB verlangt deshalb eine vollständige Aufklärung. Louise Gilmour von GMB Scotland sagte sinngemäß, Großbritannien habe Asbest vor Jahrzehnten verboten, weil der Stoff Arbeiter und ihre Familien getötet habe. Die Gewerkschaft kritisiert außerdem, dass gefährliche Bauteile nun mit hohem Aufwand entfernt werden müssen.

Bislang gibt es keinen Hinweis, dass Betreiber oder Liftlieferanten von dem Asbest wussten. Der Blick richtet sich deshalb auf Zulieferer, Zertifikate und Kontrollen vor dem Einbau. Für Betreiber kann der Fall teuer werden. Sie müssen Anlagen prüfen, Spezialfirmen beauftragen und betroffene Komponenten ersetzen.


Australien warnte bereits vor ähnlichen Bauteilen

Der Vorgang reicht außerdem über Großbritannien hinaus. Australische Behörden hatten bereits vor asbesthaltigen Bremsbelägen in Windpark-Liften gewarnt. Dort tauchten unter anderem 3S-Industry-Systeme, Avanti-Lifte und Hailo-Hubwerke in Warnhinweisen auf. Queensland empfahl deshalb, bestimmte Lift- und Hubsysteme bis zur Prüfung wie asbesthaltig zu behandeln.

Für die Windbranche ist der Fall ein Warnsignal. Moderne Windparks hängen an globalen Komponentenketten, während Arbeitsschutz und Materialrecht national kontrolliert werden. Asbest in Windturbinen macht sichtbar, wie ein verbotener Stoff über importierte Baugruppen in Energieanlagen gelangen kann. Deshalb brauchen Betreiber strengere Prüfungen, bevor sicherheitsrelevante Komponenten eingebaut werden.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Daily Business (29.96.26)Scottish Busines News (20.06.26)The Times (20.06.26)Aberdeen & Grampian Chamber of Commerce (21.06.26)WorkSafe (23.01.26)

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