Eine neue Studie zur Atomkraft-Rückkehr bringt Ende Juni 2026 eine alte energiepolitische Streitfrage zurück. Danach wäre die Wiederinbetriebnahme von fünf deutschen Reaktoren theoretisch bis 2031 möglich: Brokdorf, Emsland, Isar 2, Neckarwestheim 2 und Grohnde. Der Bericht nennt rund 37 Euro je Megawattstunde als mögliche Stromgestehungskosten. Jedoch bremsen Rückbau, Atomgesetz, Betreiberabsagen und Personalfragen jede praktische Umsetzung. Die Studie beschreibt eine technische und wirtschaftliche Option.
Rückbau entscheidet über Tempo und Machbarkeit
Der Bericht bewertet insgesamt 14 deutsche Kernkraftwerke nach Zustand, Kosten und Zeitplan. Dabei bilden die fünf zuletzt oder relativ spät stillgelegten Anlagen die erste Gruppe. Außerdem verweisen die Autoren auf bestehende Standorte, Netzanschlüsse und technische Unterlagen.

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Für diese erste Gruppe nennt die Analyse Fristen von 41 bis 50 Monaten. Brokdorf und Emsland liegen dabei am unteren Ende. Isar 2, Neckarwestheim 2 und Grohnde brauchen nach dieser Kalkulation mehr Zeit. Deshalb wäre 2031 nur dann realistisch, wenn Politik, Behörden und Betreiber sehr schnell handeln.
Atomkraft-Rückkehr wäre kein Selbstläufer
Die wirtschaftliche Rechnung ist der auffälligste Teil der Studie. Radiant Energy Group und Nuklearia beziffern die Stromgesteungskosten der am besten geeigneten Anlagen auf durchschnittlich rund 37 Euro je Megawattstunde. Damit läge der Wert deutlich unter dem deutschen Day-Ahead-Durchschnitt von 89,32 Euro je Megawattstunde im Jahr 2025. Jedoch bleibt offen, wer Investitionen, Haftung und Genehmigungsrisiken übernimmt.
Nuklearia stellte den Bericht am 29. Juni 2026 in Deutschland vor. Der Verein setzt sich offen für Kernkraft ein und ist deshalb als interessengeleitete Quelle einzuordnen. Zugleich wirkten nach Nuklearia-Angaben deutsche kerntechnische Fachleute aus seinem Umfeld an der Analyse mit. Außerdem war Noah Jakob Rettberg, stellvertretender Vorsitzender von Nuklearia, Co-Autor und technischer Redakteur.
Fachleute fordern einen Stopp des Abrisses
Rettberg formuliert die politische Botschaft deutlich. „Der deutsche Atomausstieg wurde als irreversibel bezeichnet, aber das stimmt nicht.“ Aus seiner Sicht hängt eine Atomkraft-Rückkehr vor allem vom politischen Willen ab. Deshalb fordert Nuklearia ein Moratorium für den weiteren Rückbau.
Zusätzlich verweisen frühere Kraftwerksleiter auf verbliebene Fachkenntnis und internationale Erfahrungen mit deutschen Reaktortypen. In einem Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Unionsfraktionschef Jens Spahn werben sie für eine Neubewertung. Außerdem sehen sie reaktivierte Kernkraftwerke als mögliche Antwort auf hohe Industriestrompreise und fehlende gesicherte Leistung.
Betreiber und Gesetz bleiben die größte Hürde
Rechtlich bräuchte eine Wiederinbetriebnahme zuerst eine Änderung des Atomgesetzes. Der Bundestag befasste sich 2026 bereits mit Anträgen zur Prüfung abgeschalteter Kernkraftwerke. Ein Antrag wurde im Wirtschaftsausschuss jedoch abgelehnt. Deshalb gibt es bisher keine politische Mehrheit für einen Neustart.
Auch die Betreiber verfolgen weiter den Rückbau. PreussenElektra lehnt einen Neustart von Isar 2 und Brokdorf ab. Eine Sprecherin erklärte: „Eine Wiederinbetriebnahme dieser Kraftwerke ist für uns schon lange kein Thema mehr.“ Deshalb entscheidet sich die Atomkraft-Rückkehr nicht an einer Studie allein. Jeder weitere Monat Demontage verringert jedoch technische Optionen und verfügbares Fachpersonal.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Bild (29.06.26) – Nuklearia (29.06.26) – Radiant Energy Group (29.06.26) – Deutscher Bundestag (22.05.26)
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