In Australien prüfen Behörden seit November 2025 Asbestfunde in Bremsbelägen von Windkraftanlagen. Betroffen sind Service-Lifte, Materialaufzüge und Bremssysteme in Turbinen. Auslöser waren positive Tests an importierten Komponenten aus der Lieferkette des chinesischen Zulieferers 3S Industry. Im Fokus stehen Goldwind-Anlagen sowie Vestas-Turbinen am Windpark Golden Plains. Deshalb wurden Anlagenbereiche gesperrt, während Betreiber weitere Systeme von 3S, Avanti und Hailo untersuchen.
Asbestfund trifft sicherheitsrelevante Bremssysteme
Der Fall betrifft keine Rotorblätter und keine Turmstrukturen. Dennoch geht es nicht um ein harmloses Kleinteil. Bremsbeläge erzeugen bei Nutzung und Verschleiß feinen Abrieb.

Genau darin liegt das Risiko. Asbest wird besonders kritisch, wenn Fasern durch Abrieb freikommen. In Windkraftanlagen entsteht zusätzlich ein besonderer Faktor: Die belasteten Komponenten sitzen hoch über dem Boden. Können Fasern dort austreten, kann Wind sie potenziell über größere Distanzen verwehen. Deshalb zählen Bremssysteme in solchen Anlagen zu besonders sensiblen Komponenten.
Australien ist belegt, die Reichweite bleibt offen
Belastbare Nachweise liegen bisher vor allem aus Australien vor. Dort betrifft der Fall mehrere Bundesstaaten. Goldwind und Vestas stehen im Mittelpunkt, weil mehrere positive Befunde öffentlich bekannt wurden.
Ein weltweiter Skandal ist bisher nicht bewiesen. Dennoch wäre Entwarnung zu früh. Die betroffenen Lift- und Hebesysteme stammen aus internationalen Lieferketten.
Das Problem reicht über Windkraft hinaus
Kein Hersteller kann jedes Zulieferteil vollständig prüfen. Das gilt für Windkraftanlagen ebenso wie für Züge, Kräne, Aufzüge oder Industrieanlagen. Entscheidend ist deshalb eine harte Risikoklassifizierung.
Bauteile mit Hitze, Reibung und Abrieb brauchen strengere Kontrollen. Papiernachweise reichen dort nicht aus. Stichproben müssen genau dort greifen, wo verbotene Stoffe besonders gefährlich werden.
Die Branche muss gezielter kontrollieren
Die Reaktion kam spät, aber konsequent. Betreiber isolierten betroffene Bereiche. Außerdem laufen Austauschprogramme und weitere Materialtests.
Für Anwohner stufen die Behörden das Risiko bisher als gering ein. Für Wartungsteams zählt jedoch der direkte Kontakt mit verschleißenden Bremsteilen.
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