Berlin hat am 19. Mai 2026 das Portal für die neue E-Auto-Prämie geöffnet. Die Förderung gilt jedoch rückwirkend für Neuzulassungen seit Jahresbeginn. Erste Händlerzahlen zeigen besonders starke Zuwächse für chinesische E-Autos. Viele dieser Modelle von BYD oder MG kosten zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Deshalb wirken staatliche Zuschüsse und Herstellerrabatte in diesem Segment besonders stark. Rund 50.000 Anträge lagen bis zum 9. Juni vor. Dabei kamen 71 Prozent aus Haushalten mit höchstens 60.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen. Die Bundesregierung stellt insgesamt drei Milliarden Euro bereit. Ein erheblicher Teil könnte jedoch an Käufer ausländischer Marken fließen.
Chinesische E-Autos profitieren von Preis und Verfügbarkeit
Die Weller-Gruppe betreibt 42 Autohäuser und verkauft Marken aus mehreren Ländern. Dort stiegen die monatlichen Bestellungen bei MG von rund 150 Fahrzeugen im ersten Quartal auf 231 im April. BYD legte zugleich von 77 Bestellungen im Januar auf 235 im April zu. Cupra erreichte dagegen einen Anstieg von 121 auf 178 Fahrzeuge. Die Daten stammen jedoch nur aus einem Händlerverbund. Deshalb bilden sie den deutschen Gesamtmarkt nicht vollständig ab.

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Der Trend liefert dennoch Hinweise auf die Wirkung der Förderung. Viele chinesische Hersteller liefern vorkonfigurierte Fahrzeuge aus europäischen Lagern. Deshalb können Händler diese Autos oft kurzfristig zulassen. Käufer europäischer Marken bestellen dagegen häufiger individuell ausgestattete Fahrzeuge. Längere Lieferzeiten verzögern dort den Förderantrag. Außerdem kombinieren mehrere Anbieter chinesische E-Autos mit zusätzlichen Rabatten. Einzelne Leasingraten sinken dadurch laut Autohandel auf etwa 90 Euro im Monat.
Förderung erreicht je nach Haushalt bis zu 6.000 Euro
Für reine Batterieautos zahlt der Bund grundsätzlich 3.000 Euro. Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer erhalten dagegen 1.500 Euro. Haushalte unter 60.000 Euro Jahreseinkommen bekommen zusätzlich 1.000 Euro. Unter 45.000 Euro steigt der Zuschuss nochmals um 1.000 Euro. Außerdem erhöht jedes von höchstens zwei berücksichtigten Kindern die Prämie um 500 Euro. Familien mit niedrigem Einkommen können deshalb bis zu 6.000 Euro erhalten.
Die reguläre Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro. Mit einem Kind steigt sie jedoch auf 85.000 Euro. Ab zwei Kindern gelten 90.000 Euro. Die Förderung erfasst Kauf und Leasing. Insgesamt sollen die Mittel bis 2029 rund 800.000 Fahrzeuge unterstützen. Die Bundesregierung verbindet damit soziale, ökologische und industriepolitische Ziele. Chinesische E-Autos könnten jedoch einen überproportionalen Anteil erhalten, weil sie häufig günstiger und schneller verfügbar sind.
EU-Zölle begrenzen den Preisvorteil bisher nur teilweise
Die Entwicklung steht zugleich im Konflikt mit der europäischen Handelspolitik. Die EU erhebt seit Oktober 2024 zusätzliche Ausgleichszölle auf Elektroautos aus China. Für BYD gilt ein zusätzlicher Satz von 17 Prozent. Fahrzeuge des SAIC-Konzerns unterliegen dagegen einem Satz von 35,3 Prozent. MG gehört zu diesem Konzern. Brüssel begründete die Abgaben mit staatlichen chinesischen Subventionen. Dennoch bleiben mehrere importierte Modelle im unteren Preissegment wettbewerbsfähig.
Der deutsche Markt für Elektroautos wächst zugleich deutlich. Im April 2026 stiegen die Neuzulassungen reiner Elektroautos gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 41 Prozent. Etwa 64.400 neue Batterieautos kamen auf die Straße. Günstige europäische Modelle erreichen den Markt jedoch erst schrittweise. Importmarken besitzen deshalb derzeit einen Vorteil bei Preis und Lieferzeit. Ob dieser Vorsprung anhält, zeigen erst die Zulassungszahlen der kommenden Monate. Entscheidend bleibt dabei, welche Hersteller tatsächlich von den ausgezahlten Fördermitteln profitieren.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Wirtschaftswoche (13.06.26) – Autohaus (12.06.26) – Elektroauto News (10.06.26) – Bundesregierung (04.06.26)
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