Australien bohrt gegen die Gaskrise: Suche nach neuen Vorkommen erreicht Zehnjahreshoch

Australien erlebt einen deutlichen Neustart bei der Suche nach Öl und Gas, weil Asien mehr LNG benötigt und im Osten des Landes ab 2030 neue Engpässe drohen. Im Märzquartal stiegen die Trend-Ausgaben für Erdöl- und Gasexploration auf 471 Millionen australische Dollar. Das war der höchste Wert seit zehn Jahren. Die Regierung plant jedoch eine Inlandsquote für LNG-Exporteure, damit die Gaskrise nicht Industrie, Stromversorgung und Haushalte trifft.


Gaskrise rückt Australiens Gasfelder in den Mittelpunkt

Die neue Suche folgt deshalb einer doppelten Logik. Australien will weiter LNG nach Asien liefern. Zugleich braucht der Binnenmarkt mehr Gas, weil alte Felder im Süden schneller nachlassen. AEMO sieht kurzfristig zwar mehr Sicherheit, jedoch bleibt der Bedarf an neuen Investitionen ab 2030 bestehen.

Australiens Gaskrise verschärft die Suche nach neuen Feldern, weil alte Vorkommen schwinden und LNG-Exporte steigen
Australiens Gaskrise verschärft die Suche nach neuen Feldern, weil alte Vorkommen schwinden und LNG-Exporte steigen
Bild: Shutterstock

Besonders kritisch ist der Süden des Landes. Dort soll die Förderung alter Gasfelder binnen fünf Jahren um 46 Prozent fallen. Gleichzeitig ersetzt Australien Kohlekraftwerke durch wetterabhängige Erzeugung. Deshalb gewinnt Gas als Reserve für Spitzenlast und Industrie weiter an Bedeutung.

Beetaloo und Otway werden zu strategischen Reserven

Im Beetaloo-Becken im Northern Territory treiben Santos, INPEX, Tamboran und weitere Unternehmen neue Bohrprogramme voran. INPEX erwartet über Daly Waters Energy erste Lieferungen im dritten Quartal 2026. Santos plant außerdem drei weitere Bewertungsbohrungen. Die Regionalregierung unterstützt die Entwicklung, während Kritiker vor Fracking-Folgen, Wasserbedarf und zusätzlichen Emissionen warnen.

Das Otway-Becken vor Victoria bleibt ebenfalls wichtig, weil es nahe an bestehenden Leitungen und Verbrauchszentren liegt. ConocoPhillips fand dort Ende 2025 zwar Gas, jedoch blieb ein weiterer Fund schwächer als erwartet. Außerdem erschwert ein hoher Kohlendioxid-Anteil die Entwicklung. Amplitude Energy wertete eine Bohrung im März deshalb als nicht kommerziell.

Politik will Gaskrise mit Inlandsquote bremsen

Die Bundesregierung in Canberra will den Binnenmarkt stärker absichern. LNG-Exporteure sollen deshalb ab Juli 2027 jährlich Gas im Umfang von 20 Prozent ihrer Exportmengen für Australien bereitstellen. Verbraucher und Industrie erhoffen sich dadurch stabilere Preise. Produzenten warnen jedoch vor schlechteren Investitionsbedingungen.

Beach-Energy-Chef Brett Woods kritisierte die Unsicherheit deutlich. „Kapital sucht angenehme Investitionsorte, und die Verwirrung macht Investitionen derzeit sehr schwierig“, sagte er. Die Aussage zeigt den Kernkonflikt. Australien braucht neue Förderung, schränkt jedoch zugleich die Vermarktung stärker ein.


Taroom bringt Öl in die Debatte um Versorgungssicherheit

Im Taroom Trough in Queensland erweitert ein Ölfund die Energiedebatte. Omega Oil and Gas suchte dort vor allem nach dichtem Gas, stieß jedoch auch auf Öl. Shell brachte außerdem leichtes Öl zu einer Raffinerie. Größere Mengen brauchen jedoch weitere Tests, zusätzliche Bohrungen und klare Investitionsentscheidungen.

Australien verdient viel Geld mit LNG, muss aber zugleich seine eigene Versorgung sichern. Südliche Bundesstaaten bleiben im Winter 2026 auf Queensland und Speicher angewiesen. Neue Gasfelder können diese Lücke verringern, wenn Genehmigungen, Umweltauflagen und Kapital zusammenfinden. Die Gaskrise wird deshalb zum Test für Australiens Energiepolitik.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Reuters (29.06.26)Australian Bureau of Statistics (02.06.26)Australian Government (25.05.26)AEMO (26.03.26)

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