US-Stromnetz unter hoher Belastung: Energieministerium erlässt Notfallorder

Washington – Im US-Stromnetz des regionalen Netzbetreibers PJM Interconnection entstand am 17. September 2026 eine außergewöhnlich angespannte Betriebslage. PJM koordiniert die Stromversorgung für rund 67 Millionen Menschen in Teilen von 13 Bundesstaaten und Washington, D.C. Ungewöhnliche Septemberhitze traf dort auf geplante Leitungsarbeiten und rund 36.000 Megawatt nicht verfügbare Kraftwerksleistung. Deshalb erließ das US-Energieministerium eine Notfallorder und gab PJM zusätzliche Eingriffsrechte für den Netzbetrieb. Der Netzbetreiber aktivierte Lastmanagement und hielt weitere Erzeugungs- und Notfallreserven bereit. Flächige Stromabschaltungen blieben jedoch aus, und bereits am Abend entspannte sich die Lage für den Folgetag.

US-Stromnetz unter hoher Last: Hitze und 36.000 MW Wartungsausfälle zwingen PJM zu Lastmanagement und Notfallreserven
US-Stromnetz unter hoher Last: Hitze und 36.000 MW Wartungsausfälle zwingen PJM zu Lastmanagement und Notfallreserven
Bild: Shutterstock

US-Stromnetz: PJM aktiviert Lastmanagement

PJM hatte bereits am Vortag eine Maximum Generation Alert und eine Load Management Alert für den 17. September ausgerufen. Der Netzbetreiber erwartete zunächst eine Spitzenlast von 133.355 Megawatt. Gleichzeitig fielen mehr als 35.000 Megawatt Erzeugungsleistung planmäßig aus. Außerdem benötigten südlich und westlich gelegene Nachbarregionen wegen noch höherer Temperaturen zusätzliche Stromimporte.

Am 17. September lag die aktualisierte Lastprognose bei rund 132.000 Megawatt. Dennoch blieben etwa 36.000 Megawatt Kraftwerksleistung außer Betrieb, zusätzlich zu Ausfällen im Übertragungsnetz. Deshalb aktivierte PJM am Nachmittag mehrere Demand-Response-Programme, um Reserven für die Abendspitze zu erhöhen. In den Gebieten BGE, Pepco und Dominion rief PJM außerdem Notfall-Lastmanagement der Stufe EEA 2 aus.


Notfallorder erlaubt zusätzliche Kraftwerke und Notstrom

Die Notfallorder nach Abschnitt 202(c) des Federal Power Act gab PJM zusätzliche Eingriffsrechte. So durfte der Netzbetreiber bestimmte Erzeugungsanlagen einsetzen und bei Bedarf einzelne Umweltbeschränkungen zeitweise umgehen. Außerdem konnte PJM große Stromverbraucher mit eigener Notstromversorgung zum Umschalten auf ihre Generatoren auffordern. Diese Möglichkeit galt als letzte Maßnahme vor einer noch schwereren EEA-3-Lage.

Die Belastung im US-Stromnetz entstand jedoch nicht allein durch den hohen Verbrauch. Gleichzeitig fiel die Hitzewelle genau auf den Beginn der üblichen Herbst-Wartungssaison. PJM hatte deshalb bereits geplante Wartungen zurückgerufen oder abgesagt, soweit dies technisch möglich war. Zum Vergleich lagen die Kraftwerksausfälle während der Julihitze bei rund 19.000 Megawatt.


Lage entspannt sich bereits am Abend

PJM bestätigte am 17. September einen Zuverlässigkeitsbedarf für die in der DOE-Order genannten zusätzlichen Ressourcen. Noch am selben Abend entspannte sich die Einschätzung jedoch deutlich. Für den 18. September sah der Netzbetreiber keinen weiteren Bedarf für diese Ressourcen. PJM erwartete deshalb keine Fortsetzung der außergewöhnlichen Notfallbedingungen nach dem 17. September.

Ein großflächiger Stromausfall blieb damit aus, doch das US-Stromnetz benötigte reale Eingriffe in den Betrieb. PJM aktivierte Lastmanagement, hielt zusätzliche Kraftwerksleistung verfügbar und bereitete Einschränkungen für Großverbraucher vor. Zugleich zeigt der Vorgang die Folgen, wenn hohe Last, Wartungsausfälle und begrenzte Reserven gleichzeitig auftreten. Die Notfallorder endete am 18. September, nachdem sich die Betriebslage bereits am Vorabend entspannt hatte.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen:
https://paenvironmentdaily.blogspot.com/2026/09/pjm-interconnection-maximum-generation.html
https://insidelines.pjm.com/pjm-operations-update-sept-17-2026
https://www.energy.gov/articles/energy-secretary-secures-mid-atlantic-grid-due-anticipated-stressed-system-conditions

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