Die Internationale Energieagentur hat ihre Prognose für die weltweite Kohlenachfrage deutlich nach oben korrigiert. Statt eines Rückgangs erwartet sie 2026 nun einen Anstieg um 1,2 Prozent auf 8,94 Milliarden Tonnen. Auslöser sind vor allem eingebrochene LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus und stark gestiegene Gaspreise. Deshalb erhöhen mehrere Länder ihre Stromerzeugung aus Kohle, während ein kräftiges El-Niño-Phänomen den Verbrauch zusätzlich stützt. Bleibt Hormus länger eingeschränkt, könnten Kohleverbrauch und Preise 2027 weiter steigen.

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LNG-Ausfälle machen Kohlekraft wieder konkurrenzfähiger
Durch Hormus läuft fast keine Kohle, jedoch ein erheblicher Teil der LNG-Ausfuhren aus dem Golf. Die Störungen haben Gas verknappt und verteuert, sodass Versorger mit verfügbarer Kohlekapazität ihre Erzeugung hochfahren. Am 10. September registrierten Schiffsdaten nur sieben Warentransite, während kein LNG-Tanker die Passage nutzte. Betroffen sind deshalb unter anderem Europa, China, Japan und Südkorea.
Der Engpass könnte zudem länger dauern. QatarEnergy verhandelt über US-LNG-Lieferungen bis 2031, nachdem Angriffe Teile seiner Ras-Laffan-Kapazität beschädigten. Rund 12,8 Millionen Tonnen Jahreskapazität fallen aus, während Reparaturen bis zu fünf Jahre dauern könnten.
Kohlenachfrage wächst vor allem in China und Indien
China bleibt mit weitem Abstand der größte Verbraucher und steht für mehr als 56 Prozent des Weltverbrauchs. Die Kohlenachfrage soll dort 2026 um ein Prozent auf fünf Milliarden Tonnen steigen. Außerdem treiben hohe Ölpreise den chinesischen Kohleeinsatz in der Chemieindustrie nach oben.
Indien dürfte seinen Verbrauch dagegen um 4,2 Prozent auf 1,353 Milliarden Tonnen erhöhen. El Niño erhöht dort den Kühlbedarf und kann zugleich die Stromproduktion aus Wasserkraft verringern. Für Südkorea erwartet die IEA plus sechs Prozent, während Japan um ein Prozent sinkt. In den USA soll der Verbrauch dagegen um sieben Prozent zurückgehen.
Weniger Förderung trifft auf Rekordverbrauch
Die steigende Kohlenachfrage trifft zugleich auf ein engeres Angebot. Nach dem Förderrekord 2025 soll die weltweite Produktion 2026 sinken, jedoch über neun Milliarden Tonnen bleiben. In China haben Sicherheitskontrollen nach einem schweren Grubenunglück die Förderung spürbar reduziert. Deshalb schrumpfen Lagerpolster, während importabhängige Märkte mehr Brennstoff am Weltmarkt suchen. Newcastle-Thermalkohle erreichte im ersten Halbjahr zeitweise 150 Dollar je Tonne.
Die IEA rechnet 2027 mit einem Rückgang des Weltverbrauchs um 0,4 Prozent auf 8,91 Milliarden Tonnen. Voraussetzung ist jedoch, dass LNG wieder verstärkt durch Hormus fließt und Gaspreise sinken. Bleiben die Transporte eingeschränkt, kann der Kohleverbrauch stattdessen einen weiteren Rekord erreichen. Die aktuelle Prognose zeigt deshalb, wie schnell Versorgungssicherheit langfristige Brennstofftrends überlagern kann.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Menatrademonitor (12.09.26) – Reuters (11.09.26)
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